Die Reise

Die Reise2018-12-27T20:35:10+01:00

Provinz Munster, Irland

Es ist herrlich wieder auf Reisen zu sein. Morgens wirft man seinen Krempel zusammen und steigt aufs Moped, äh, in den Krümel und auf geht es, die Welt erkunden! Nun ja, nicht die Welt, aber ein winziges Stückchen von ihr. Ab heute streifen wir durch die Provinz Munster und beginnen mit dem Rock of Cashel im County Tipperary. Der Berg gilt als Wahrzeichen, schon seit dem Altertum glaubt man, dass dort Geister und Feen wohnen. Die meisten Besucher kommen jedoch wegen der Burganlage, die aber gerade restauriert wird. Vom Rock of Cashel aus sehen wir an dessen Hang eine Klosterruine aus dem 13. Jahrhundert, die über einen lauschig gelegenen Trampelfad in den Wiesen erreichbar ist. Und während die Burg [...]

By |Mai 16th, 2016|

Provinz Leinster, Irland

Um Irland zu bereisen haben wir ein winzigkleines graues Auto gemietet. Es ist wunderschön und lustig untermotorisiert, wir taufen es auf den Namen 'Krümel' (Anm. des Fahrers: Äh, "Wir"?!?). Die Miete für Krümel selbst kostet annähernd gar nichts, während die Pflichtversicherungen uns fast in den Ruin treiben. Ja sind sie denn verrückt bei Europcar? Den absurden Preis verdrängend machen uns auf gen Süden um zuerst die Region der historischen Provinz Leinster zu erkunden. Kleine Straßen führen uns durch den Wicklow Mountains Nationalpark und die für die Region typischen Torfmoore. Statt des erwarteten satten irischen Grüns sehen wir bräunlich beigefarbenes Heidekraut und leuchtend gelben Stechginster in hügeliger Landschaft und schließlich auch die ersten Schafe, die sich durch die Prärie knabbern. Wir [...]

By |Mai 12th, 2016|

Dublin, Irland – Teil 3

Eines schönen Tages kommen Mareike und Alex an. Naja, vielleicht ist der Tag nicht wunderschön, er ist etwas kühl mit leichtem Nieselregen, wird aber doch gleich viel sonniger mit Ankunft der beiden. Ja, das Wetter ist ein in Irland ungemein beliebtes Thema, das bei jeder Gelegenheit ausführlich erörtert werden muss, ihr merkt das sicher schon. Aber zurück zu unseren Besuchern. Nach langer Zeit überwiegend zu zweit ist es geradezu absurd schön wieder bekannte Gesichter um sich zu haben und wir sind ganz verzückt, so kurz nach Leas Abreise wieder Gäste aus der Heimat zu haben. Henning wechselt unverzüglich in den Familienoberhauptmodus und fortan sorgt er für Nahrung, Getränke und annähernde Pünktlichkeit.     Tatsächlich haben wir natürlich nur wenige Termine, [...]

By |Mai 10th, 2016|

Dublin, Irland – Teil 2

Dank der Feiertage besucht uns Lea in Dublin. Hierzulande wird der Maifeiertag, weil der Kalender ja nun mal Sonntag anzeigt, am Montag gleich noch nachgeholt. Welch wunderbare, nachahmenswerte Sitte! Die Dubliner nutzen die freien Tage ausgiebig zum Feiern, die Pubs sind stets voller Menschen und auch auf den Straßen ist die Stimmung ausgelassen. Der Anteil der Betrunkenen scheint mir relativ hoch. Man kann nicht anders, als Hochachtung vor einem Volk zu empfinden, deren Menschen sich dermaßen die Lampen ausschießen können und die dann liebevoll von den übrigen an den Straßenrand geschoben werden, damit ihnen nichts passiert.     Lea und Henning teilen ihre Vorliebe für Fotografie und für das Musizieren. Wobei die Musik gar nicht so leicht auf einen Nenner [...]

By |Mai 4th, 2016|

Dublin, Irland – Teil 1

Der Abschied fällt schwer. Wir waren schrecklich gern in Montréal, mochten unsere schöne Wohnung und das bunte Viertel. Etwas traurig verabschieden wir uns von unseren zauberhaften Gastgebern Jacqui und Yvon und steigen ins Taxi zum Flughafen. Wir haben es nicht besonders eilig, scheinbar aber der Taxifahrer umso mehr. Er rast als gäbe es einen Preis zu gewinnen, oder ist er vielleicht tot auf dem Gaspedal zusammengebrochen? Früher als erwartet und überraschenderweise unverletzt kommen wir am Flughafen an. Trotzdem versäumen wir es, die Postkarten in den Kasten zu werfen und jenseits der Sicherheitsschleuse gibt es keine Briefkästen mehr. Ein besonders netter Sicherheitsbeamte nimmt aber die Karten entgegen und erledigt den Gang für uns. Ach, Kanada wird uns fehlen! Ist der Inlandsflug [...]

By |April 27th, 2016|

Montréal, Kanada – Teil 4

Mit winzigkleinen, feengleichen Trippelschritten erreicht der Frühling Montréal. Fast hätte niemand mehr damit gerechnet. Die beeindruckende Auswahl an Gummistiefeln in den Schaufenstern weicht realistischen Halbschuhen und optimistischen Sandalen und für die Eichhörnchen ist die Fastenzeit beendet, viele Menschen im Park bedeuten auch viel Futter. Die Temperaturen steigen und die Sonne strahlt, auf einmal sind die Straßen voller fröhlich lachender Menschen. In Kneipen und Restaurants schleppt man Tische vor die Tür und jedes Fleckchen wird umgehend von Sonnenhungrigen bevölkert. Wo waren denn all die Menschen bloß in den letzten Wochen?     Obwohl wir es gar nicht wollten sind wir Stammkunde bei Brioche Dorrée geworden. Nicht nur, dass das Lädchen einfach zauberhaft ist, sie backen hier außergewöhnlich vorzügliche Brioches und Tartes. [...]

By |April 26th, 2016|

Montréal, Kanada – Teil 3

Montréal ist in allen Ecken geschmückt mit Straßenkunst. Ich habe die verzierten Häuserwände in San Francisco schon geliebt, aber hier gibt es noch viel mehr. Nun mag man ja nicht ständig mit Fotoapparat bewaffnet spazieren gehen, trotzdem hat Henning zu meiner großen Freude einige Fassaden in der unmittelbaren Umgebung unseres Zuhauses fotografiert. Mit unserer Wohnung haben wir unverschämtes Glück gehabt. Sie liegt nicht nur ideal und ist gemütlich eingerichtet und ausgesprochen praktisch ausgestattet, der Fußweg vor unserem Wohnzimmer wird auch gern und reichlich genutzt. Menschen spazieren vorbei, schnattern, singen, streiten und alles auf französisch. Wir sind sozusagen ständig live dabei. Es ist eine willkommene Abwechslung zum abgeschotteten vierten Stock in der Poolstraße, sage ich euch. Dahin kommen nicht einmal die [...]

By |April 17th, 2016|

Québec, Kanada

Mit unserem kleinen Reisetäschchen in der Hand spazieren wir zum Bahnhof. Da wir durch den Square Saint-Louis gehen, können wir noch kurz die Eichhörnchen füttern. Sie leben hier auf den hohen, derzeit noch kahlen Bäumen und sind einfach zu putzig, als dass wir vorbei gehen könnten. Heinz Sielmann hätte mit nasaler Stimme von 'possierlichen Tierchen' gesprochen, da bin ich ganz sicher. Der Bahnhof ist ungewohnt ordentlich und organisiert. Vor blitzsauberen Glastüren sitzen Menschen manierlich geordnet nach Fahrziel und warten artig, bis sie eingelassen, bzw. rausgelassen werden. Und dann dämmert es uns. Der Orléans Express ist gar keine Eisenbahn, wir haben eine Busfahrt gebucht. Die Menschen warten auf die Ankunft ihres Busses. Krass, wie schräg ist das denn? Werden sie uns [...]

By |April 15th, 2016|

Montréal, Kanada – Teil 2

Zuallererst stapfen wir auf den Mont Royal, den Namensgeber und die einzige nahezu ernstzunehmende natürliche Erhöhung der Stadt. Die Hauptwege sind im großen und ganzen geräumt, und so schlittern wir nur selten über Eisflächen, um zum wirklich recht schönen Aussichtsplatz zu gelangen. Und über die Steigung lachen wir dank reichlicher Übung in San Francisco nur. Wir sehen die ersten Eichhörnchen, mit grauem Fell und deutlich größer, als die kleinen roten Vertreter bei uns daheim. Sie flitzen zu den Vogelfutterplätzen und klauen die Körner. Erstaunlich zutraulich sind sie und furchtbar niedlich. Der Entschluss ist gefasst, wir werden sie füttern müssen!           Mit kalten Fingern und Ohren machen wir uns auf den Heimweg in die Stadt und wärmen [...]

By |April 6th, 2016|

Montréal, Kanada – Teil 1

Es lässt sich nicht leugnen: Die Anreise ist zäh. Habt ihr schon mal euer mühe- und liebevoll in die Taschen gequetschtes Gepäck - Henning hat jetzt sogar eine Winterjacke - am Flughafen wieder ausgepackt, da die Gewichtsverteilung - nicht aber das Gesamtgewicht des Gepäcks wohlgemerkt - zu Mehrkosten von 100 US$ führen soll? Da siegt der Geiz über eventuelle Hemmungen die Unterwäsche auf die Sitzgelegenheiten des Check-in Bereichs zu verteilen. Für einem Flug, auf dem die deutlich überwiegende Mehrheit der Passagiere ausschließlich mit Handgepäck reist, mutet diese Vorschrift doch geradezu absurd an. Bei unserer Ankunft am Gepäckband in Montréal sind unsere Taschen freundlicherweise schon auf einen Gepäckwagen geladen. Vielleicht wird das Band anderweitig gebraucht und wir waren die einzigen Nutzer? [...]

By |März 28th, 2016|

San Francisco, USA – Teil 3

Bei Sonnenschein ist die kleine Terrasse vor unserer Wohnung besonders gefährlich. Es beginnt ganz harmlos, wir befinden das Wetter als schön genug um draußen zu frühstücken, tragen Müsli und Kaffee hinaus und sitzen vergnüglich in der Sonne. Wir futtern, trinken einen Kaffee, entscheiden, was wir mit dem Tag anfangen zu gedenken und erinnern uns an ganz ähnliche Momente mit Peter in der Türkei. Ein wenig Internet gibt es auch, also wird aus dem zweiten Kaffee auch mal ein dritter. Wenn wir ganz viel Glück haben, schaut Kater Oscar auf einen kurzen Besuch vorbei. Und schwups, ist der halbe Tag auch schon vorbei und wir müssen uns sputen!     Von unseren Streifzügen durch die Stadt würde ich einen gern ungeschehen [...]

By |März 27th, 2016|

Oakland, USA

San Francisco ist das Zuhause der 'Golden State Warriors'. Wer jetzt fragend die Augenbraue hebt - wie ich selbst noch vor kurzem - dem sei gesagt, es handelt sich hierbei um ein Basketball Team und eigentlich ist es im benachbarten Oakland beheimatet. In den 60igern jedoch, als sie noch 'San Francisco Warriors' hießen, da war sicher selbiges ihr Zuhause. Zuvor, als ihr Name 'Philadelphia Warriors' lautete, gewannen sie die allererste Profi Basketballmeisterschaft der USA überhaupt. Das ist doch schon mal ein brauchbarer Start (Erscheint es eigentlich noch jemandem seltsam, dass ein Sportclub 2.800 Meilen entfernt von einer Küste an die andere verkauft wird?). Insgesamt gewannen sie in fast 70 Jahren vier mal die Meisterschaft, zum letzten Mal in der Saison [...]

By |März 25th, 2016|

San Francisco, USA – Teil 2

Das Gefühl des Wiedererkennens ist hier allgegenwärtig. Schuld ist natürlich die Filmindustrie, die San Francisco gern und häufig als Kulisse wählt. Nun ja, genau genommen bin ich natürlich selbst schuld, ich müsste die Filme ja nicht ansehen. Sei es drum. Neben dem gewundenen Teilstück der Lombard Street hat sich die Golden Gate Bridge als Bühne für Intro oder Showdown auf die Netzhaut gebrannt: Godzilla, Star Trek und X-Men, Dirty Harry und Vertigo, Basic Instinct, Interview mit einem Vampir oder auch Im Angesicht des Todes, einem eher unpopulären James Bond Film mit Roger Moore, dem ich wirklich niemandem ans Herz legen möchte.     Die rote Hängebrücke ist so präsent, dass der erste Wow Effekt einfach ausbleibt. Ich kann mich nicht [...]

By |März 23rd, 2016|

Alcatraz, USA

Die hawaiianische Lobotomie entschwindet dankbarerweise gemeinsam mit dem Anblick pummeliger Touristen in Shorts, die in Schlangen vorm japanischen Nudelkoch stehen. San Francisco präsentiert sich dynamisch, weltoffen und gut gelaunt. Selbst die Obdachlosen, die es hier in ähnlich großer Anzahl gibt, wirken weniger verwahrlost. Voller Energie und Neugierde entdecken wir die verschiedenartigen Stadtteile und stolpern stöhnend und fluchend die Berge herauf und herunter. Viel häufiger als ich es je vermutet hätte steigen wir letztendlich doch in einen der zahlreichen Busse, weil wir es zu Fuß nicht mehr schaffen. Bus fahren ist jedoch eine Herausforderung für mich, nein, eigentlich trifft es das nicht, ich hasse Bus fahren. Jedes, wirklich jedes verdammte Mal wird mir sauschlecht.         Deswegen steigen wir [...]

By |März 12th, 2016|

San Francisco, USA – Teil 1

Mitten in der Nacht landen wir in Oakland. Es ist bös kalt und außerdem wollen wir eigentlich ins benachbarte San Francisco. Mittels Metro, die hier in der Vorort-Variante 'Bart' und innerstädtisch 'Muni' heißt, ist dies leicht zu bewerkstelligen. Naja, wäre es, täten wir nicht dies unhandliche Gepäck mit uns rumschleppen. Daher entscheiden wir uns recht schnell für ein Taxi. Wir wohnen zwischen den hübschen Twin Peaks Hügeln und dem regenbogenfarbenen Castro im Erdgeschoss eines für San Francisco sehr typischen Stadthauses. Kevin und Kenneth haben uns das Schmuckstück vermietet und bewohnen zusammen mit dem unvergleichlichen Kater Oscar den ersten Stock. Zu unserer großen Freude haben sie uns eine Flasche Wein und eine Tafel Schokolade hingelegt, die Heizung angestellt und einige Lampen [...]

By |März 3rd, 2016|

Honolulu, Hawai’i, USA – Teil 3

Honolulu wirkt mit den architektonisch wenig ansprechenden Wolkenkratzern und Apartmenthäusern wie viele andere Städte auf dem US-amerikanischen Festland und ist nicht besonders spannend. Niemals haben wir das Bedürfnis, einfach nur einen Kaffee trinken zu gehen, es lockt einfach nichts. So verbringen wir erstaunlich viel Zeit am vier Kilometer langen Waikīkī Beach. Wir baden beide das erste Mal im herrlich warmen aber doch erfrischenden Pazifik, lesen mit Untermalung des Meeresrauschens unzählige Bücher, schauen in blaueweiße, glitzernde Wellen oder auf die erloschenen Vulkane Diamond Head und Punchbowl Crater. Den Diamond Head kraxeln wir auch hinauf, hier wünschen wir uns tatsächlich einmal, dass das Wetter nicht immer warm und sonnig wäre. Ohne Sunblocker und reichlich Wasser wären wir vermutlich eingegangen. Aber der fantastische [...]

By |Februar 27th, 2016|

Kunia, Hawai’i, USA

Heute geht's uns um das Zuckerrohr, das - wie auch die Ananas - außerhalb von Honolulu angebaut wird. Schon nach wenigen Fahrminuten verwandelt sich die trockene Küstenregion in üppig grüne Vegetation. Etwas verspätet aber ausgesprochen gut gelaunt stehen wir vor dem heiligen Gral: Manulele Distillers. Eine hübsche alte Scheune gefüllt mit allerlei Chichi, das das Herz des Trinkers aufgehen und sein Gesicht erstrahlen lässt. Kurzerhand wird uns mit lautem Knirschen aus doppeldaumendickem Zuckerrohr ein Saft gepresst, der nicht nur süß, sondern auch erstaunlich erfrischend schmeckt. Frisch gestärkt dürfen wir einen Blick auf die angrenzenden Zuckerrohrfelder werfen und schauen im Besuchergarten einige durchaus hübsche Sorten genauer an. Bei Manuele Distillers arbeiten neben unzähligen temporären Erntehelfern sechs Menschen permanent. Und diese sechs [...]

By |Februar 18th, 2016|

Honolulu, Hawai’i, USA – Teil 2

Der Staat Hawai'i umfasst 137 zauberhafte Südseeinseln und Atolle meist vulkanischen Ursprungs innerhalb des polynesischen Dreiecks, also mitten im Nichts. Noch heute kann man hier aktive Vulkane beobachten. Die acht Hauptinseln sind Heimat für etwa 1,4 Mio Einwohner, der Rest ist scheinbar unbewohnt. Wir finden unser Zuhause in der Hauptstadt Hawai'is, Honolulu, auf der Insel O’ahu, der drittgrößten Insel, die rund 75% aller Einwohner beherbergt. Sonnenschein, Blumenkränze, Denkmäler für bekannte Surfer und das Hawaiihemd sind hier allgegenwärtig. Hawai'i dürfte hiermit wohl der einzige Bundesstaat mit eigener Oberbekleidung sein. (Anm. der Korrekturlesers: Da bin ich unsicher. Was ist mit diesem beknackten Hüten in Texas?)   Auch wenn bei der Oberbekleidung Uneinigkeit herrscht, so hat doch jeder Bundesstaat sein eigenes Kennzeichendesign [...]

By |Februar 10th, 2016|

Honolulu, Hawai’i, USA – Teil 1

Das Wunder der Zeitverschiebung, heute: wir bekommen einen Tag geschenkt. In Honolulu sind wir gelandet, da sind wir in Sydney noch gar nicht gestartet. Lustige Sache, effektiv aber ohne Konsequenzen. Verdammt, da hätte man doch was Lustiges draus machen können! Wir landen am relativ frühen Morgen am fröhlichen Inselflughafen, der mit Hulamädchen und Hibiskusblüten geschmückt ist. Die Sonne lacht und das Flughafenpersonal scheint überwiegend polynesischen Ursprungs zu sein, unsere Einreise verläuft problemlos, Aloha Hawai'i! Hier sind wir nun, in der Heimat von Magnum und der Ananas, Pearl Harbour und der Süßkartoffel, Surfern und Blütenkränzen, dem Inbegriff von Strandurlaub schlechthin. Fühlt sich ganz gut an. Unsere Wohnung ist noch nicht ganz bezugsfertig, daher gehen wir erst einmal etwas frühstücken.     [...]

By |Januar 29th, 2016|

Sydney, Australien – Teil 3

Da fliegt man also einen ganzen Tag - oder in unserem Falle eine ganze Nacht - und landet in Sydney. Auf dem fünftem Kontinent, dort, wo alles anders ist: niedliche hüpfende Tiere, rote Erde, Ureinwohner, deren Existenz nicht erklärt werden kann und ein Haufen tödliches Viehzeug, auf das wir hier nicht näher eingehen. Wir sind das erste Mal überhaupt auf der Südhalbkugel und es ist erst einmal wenig exotisch. Ganz im Gegenteil, man kommt sofort erstaunlich gut zurecht. Alles ist lesbar, die Sprache verständlich, wir sehen normale Autos und Häuser, normale Straßen und Parks, eigentlich wie zu Hause. Nun ja, die Parks sind deutlich verschwenderischer in die Stadt gestreut als daheim und der Standard der Häuser lässt den deutschen Spießer [...]

By |Januar 28th, 2016|

Sydney, Australien – Teil 2

Einer Albi-Reuschi-Urlaubstradition nach, der wir auf dieser Reise noch nicht erfolgreich frönen konnten, hatten wir uns in Sydney frühzeitig Karten für ein Sportevent gekauft. Auf diesem Weg trat Cricket in unser Leben. Das letzte von fünf Länderspielen gegen Indien sollte es sein und erst zum Ende unseres Besuchs in Sydney stattfinden. So hatten wir vorab genügend Zeit uns dieser - Jan schrieb es ganz treffend in einer SMS - völlig absurden Sportart zu nähern. Es begann schon in Dubai, wo es einige Jungs - natürlich nur die Herren der Schöpfung - auf einem leeren Parkplatz spielten. Damals verstanden wir noch gar nichts, was es nur noch faszinierender machte. In Sydney sahen wir es nun ständig. Abends und an den Wochenenden [...]

By |Januar 23rd, 2016|

Jenolan, Australien

Eigentlich sollten wir allmählich mit dem Bau der Arche beginnen, man kann eigentlich kaum von Regen sprechen, das Wasser kommt in einem riesigen andauernden "Platsch" herunter. Ich erwähnte es ja schon, als Hamburger Schmutzkind kommt man hier gut zurecht. Und außerdem haben wir ja das Schlachtschiff. In der engeren Auswahl stehen heute das National Dinosaur Museum in Canberra und die Caves im Jenolan Karst Conservation Reserve. Ich liebe es Dinosaurier anzuschauen, aber die Website des Museums gibt nicht viel her, und es ist nicht grad um die Ecke, daher wählen wir die Höhlen. Reuschi steht Dinosauriern eher neutral gegenüber, vermutlich ist er arg froh, dass sie die Wahl nicht gewannen. Diesmal mit Schuhen an den Füßen und bewährter Verpflegung an [...]

By |Januar 22nd, 2016|

Katoomba, Australien

Kann man wirklich einen ganzen Monat in einer Stadt am anderen Ende der Welt verbringen, ohne sich das einzigartige Land anzuschauen? Ja, das kann man. Sydney macht es einem leicht, gerade wenn man aus Hamburg kommt. Aber dazu später mehr, erst einmal berichte ich von dem Ausflug, den wir dann doch außerhalb der Stadtgrenzen unternahmen. Aus Gründen, die ich heute nicht mehr nachvollziehen kann, überzeugte uns die nette Dame bei Avis, unser unter vernünftigen Maßstäben ausgewähltes Fahrzeug in einen Panzer upzugraden und so fühlen wir uns, als würden wir ins Outback aufbrechen und nicht in einen Nationalpark. "Die Blue Mountains müsst ihr sehen!" schrieb Gordon, und das haben wir heute vor. Der Australier fährt Auto, wie er alles andere auch [...]

By |Januar 21st, 2016|

Sydney, Australien – Teil 1

Australien präsentiert sich schon unkompliziert, da sind wir noch auf diesem sensationellen Flughafen in Singapur. Meinem Visum nach bin ich bereits drei Jahre früher geboren als mein Reisepass behauptet, und nur einer kann Recht haben, klärt die Dame der Billigfluggesellschaft mich beim Check-In auf. Und obwohl die Fluggesellschaft später nicht einmal Strom fürs Notebook rausrücken wird, sollte man nicht eine Trilliarde Talers zahlen, erweist mir die Check-In-Dame einen kostenfreien Akt der Gnade und lässt mich nach einem Telefonat mit wem auch immer (Premierminister Turnbull, Queen Elisabeth, dem Weihnachtsmann, ihrer Nachbarin?) trotzdem mitfliegen. Wenig später sitzen wir eng zusammengepfercht in der Sardinenbüchse, die Boeing mit dem hübschen Namen "Dreamliner" versah. Glücklicherweise haben sich nur wenige Menschen heute für dieses Verkehrsmittel [...]

By |Januar 1st, 2016|

Singapur, Singapur – Teil 3

In diesem Jahr feiert Singapur seine 50jährige Unabhängigkeit, wie man hier alle zwei Meter mittels Plakaten, Stickern und Plaketten erinnert wird. Dann also herzlichen Glückwunsch. Trotz der geografischen Nähe zu Malaysia sind die mit Abstand meisten Einwohner Chinesen. Und sie sind kleiner als ich. Alle, wirklich alle. Vor diesem Hintergrund ist es eigentlich bemerkenswert, dass sie uns niemals irritiert anschauen. Aber Touristen sind sie hier wohl wirklich gewöhnt und nicht nur aus dem asiatischen Raum, und außerdem ist der Chinese sicher viel zu höflich, um jemanden anzustarren. Sie sind praktisch veranlagt, die Singapurer. Wirklich oft sieht man Menschen mit Regenschirmen. Nicht nur, weil es zurzeit häufiger regnet, sondern auch als Sonnenschirm werden die Dinger hier gern genutzt. Zum Glück [...]

By |Dezember 28th, 2015|

Singapur, Singapur – Teil 2

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne, sagt man. Doch noch mehr liebe ich es, wenn sich aus dem Ozean des Neuen die ersten bekannten Inseln erheben. Der Blick zum Stadtplan wird seltener und kürzer, man findet seinen bevorzugten Supermarkt, erkennt Geldscheine ohne sie lesen zu müssen, weiß, wo man im Notfall noch etwas Vegetarisches zu essen bekommt und welche Summe man bereit ist, für eine Büchse Coke zu zahlen. Singapur macht es einem leicht sich einzufinden. Neben diesen Zeichen, die eher an Kunst denn an Buchstaben erinnern, ist alles englisch beschriftet. Englisch ist eine der Amtssprachen, auch wenn es hier mit Mandarin gemischt wird, sowohl in den Vokabeln als auch im Satzbau. Wir müssen wirklich oft nachfragen. Es herrscht [...]

By |Dezember 25th, 2015|

Singapur, Singapur – Teil 1

Wir fliegen wieder mit Stopover in Sri Lanka und finden es ein wenig schade, hier keine längere Pause eingelegt zu haben. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Die Ankunft auf dem Flughafen Changi in Singapur lässt jedoch jeden Zweifel, ob des gewählten Reiseziels vergessen. Flughäfen können sie hier schon mal, alle Achtung. Mit der Metro, die hier MRT heißt, fahren wir in unser kleines Apartment im indischen Viertel. Schon die Namen der Haltestellen (Tanah Mehra, Lavender, Kallang) spiegeln den Mix aus Südostasien und den Einflüssen der ehemaligen Kolonialherren, der so typisch ist für den Stadtstaat, wider. Die Bude ist winzig, aber perfekt. Tolles Bett, schönes Bad, Minibalkon und eine Gemeinschaftsküche auf einem riesigen Balkon, die wir letztendlich aber nicht [...]

By |Dezember 23rd, 2015|

Filitheyo Island, Malediven – Teil 3

Auf der Insel leben einige Katzen. Gar nicht so wenige übrigens. Mager und etwas zerrupft warten sie am Wegesrand auf Vorbeikommende und maunzen dann ganz herzzerreißend. Und die Quote ist nicht so schlecht, scheint mir. Hier und da fällt mal etwas ab und der eine oder andere findet ein temporäres Zuhause in einer der Hütten. Wir adoptieren den Kater Streicher, der der mickrigste der Bande zu sein scheint. Henning benennt ihn in Streichwurst um und irgendwie bleibt es dabei. Er ist nicht nur klein und dünn, Nase und Hals haben deutliche Kratzer, man ahnt schnell, dass er nicht der größte Kämpfer auf dieser Insel ist. Und daher hat Streicher das steinerweichende Maunzen perfektioniert. Selbst wenn er pappsatt ist, maunzt [...]

By |Dezember 21st, 2015|

Filitheyo Island, Malediven – Teil 2

Egal wo man hinschaut, ständig ist jemand damit beschäftigt, es uns schön zu machen. Tatsächlich ist es natürlich daheim genauso, schließlich gibt es Straßen, Parks, Geschäfte, Schulen, Restaurants, Autos, usw., Ihr wisst es ja selbst. Aber in dieser Mikroinselwelt ist es sehr viel präsenter und außerdem habe ich nichts zu tun. Filithyo ist das, was man als "naturbelassen" bezeichnet. In der Praxis bedeutet dies, dass wenig Flächen versiegelt sind und Pflanzen nicht auf Beete begrenzt werden. Sprich, es gibt viel zu tun, damit der Dschungel sich die Wege und den Strand nicht zurück erobert. Ständig werden Kokosnüsse gesammelt, Büsche und Äste entlang der Wege abgehackt und Strandflächen geharkt, um Blüten, Blätter und Früchte zu entfernen. Wir werden bekocht, mit [...]

By |Dezember 17th, 2015|

Filitheyo Island, Malediven – Teil 1

Dubai nach Colombo, Colombo nach Male, Male nach Filitheyo, was für ein Ritt. Zum Glück wird man ja viel bepuschelt, so kommt keine lange Weile auf. Und kein Hunger. Heute gab es wohl an die 10 Mahlzeiten, oder kommt mir das nur so vor? Henning kann ich nicht fragen, mindestens zwei hat er verschlafen. 100 Jahre später kommen wir dann endlich an. Weißer Sand, türkisfarbenes Meer, grüne Palmen, fast unwirklich, so schön ist es. Die feuchte Luft ist warm, ein leichter Wind weht und wir wohnen in einer hübschen Holzhütte mit kleiner Veranda und einem Badezimmer, das größtenteils im Freien liegt. Hier bleiben wir nun also die nächsten Tage,  da fehlt nicht viel! Da die Landfläche hier etwas [...]

By |Dezember 14th, 2015|

Abschied aus Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

Das Appartement ist irgendwie etwas einsam nach dem Trubel der letzten Tage. Aber wir haben ja Programm, da bleibt keine Zeit für Traurigkeit. Wir stromern durch die Stadt, treiben etwas Sport, schauen uns die Geschichte der Emirate im Museum an und besuchen mit Begeisterung verschiedene Restaurants. Dubai ist nicht unbedingt günstig, aber man bekommt hier alles, was das schlichte Herz begehrt. Und es wäre wohl kein arabisches Land, gäbe es keine Märkte, auch wenn diese größtenteils durch riesige Einkaufspaläste ersetzt wurden. Dubai ist zweifelsohne nicht wie andere Städte. Vom alten Dubai und der Wüste sieht man nur noch hier und dort etwas. Statt dessen erinnern die gewaltigen und glänzenden Gebäude an Szenen aus "per Anhalter durch die Galaxis". Ich [...]

By |Dezember 10th, 2015|

Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

So richtig gut gefiel es uns am Snoopy Rock nicht, daher machen wir uns auf nach Dubai um ein Hotel zu suchen. Ihr kennt das ja schon, Starbucks, Kaffee, WiFi. Diesmal am Stadtrand in einer Mall. Ganz offensichtlich eine Gastarbeitergegend, jeder, aber wirklich jeder Mann trägt hier eine kurze Hose. Sehr erfrischend, habe die Einschränkungen des Irans wohl noch nicht ganz abgeschüttelt und freue mich sehr über sichtbare Körper und Kopfbehaarung. Dann kommt es anderes als gedacht. Denn Robert gabelt uns auf seinem Weg in den Supermarkt auf. Er parkt hinter unseren Mopeds und als einzige in Mondmenschenkleidung sind wir auch schnell lokalisiert. Nun ja, eigentlich lief Henning Robert quasi in die Arme. Und dann dachte er sich, um die [...]

By |Dezember 6th, 2015|

Fujairah, Vereinigte Arabische Emirate

In Gedenken an im Jemen umgekommene omanische Soldaten ist spontaner Nationalfeiertag ausgerufen und entsprechend voll ist es an der Grenze in die VAE. Wir planen heute die Einreise nach Fujairah, und ganz offensichtlich sind wir mit dieser Idee nicht allein. Unendliche Autoherden werden zu etwas übersichtlichen Autoschlangen und dann geht es eigentlich recht schnell. Und dank Hennings Kreativität bleibt es sogar kostenlos. Mit großem Einsatz überzeugt er den Zöllner davon, dass es sich bei der  Abkürzung UA auf der Kopie der Grünen Versicherungskarte nicht etwa um die Ukraine handelt, vielmehr sei es eine deutsche Abkürzung der VAE (United Arabs, you know?) und daher würden wir nun auch keine weitere Versicherung abschließen brauchen. Nach einigem Zögern lässt der Herr es durchgehen, [...]

By |Dezember 3rd, 2015|

Al Qasabiyat, Oman

1983 entschied der Sultan, der Oman brauche seinen eigenen Duft. Den Duft des Orients. Weder Kosten noch Mühen wurden gescheut und so schuf Guy Robert den Klassiker "Gold", seinerzeit das teuerste Parfum der Welt. Heute gibt es 29 verschiedene Düfte von Amouage, außerdem Duschgels, Cremes und Duftkerzen, man muss wohl mit der Zeit gehen. Produziert wird heuer in Grasse, entwickelt, abgefüllt und auch verpackt - natürlich von Hand - wird jedoch noch immer in  einer kleinen Fabrik außerhalb von Muscat. Und diese besichtigen wir heute. Die Dame zuckt kurz, sehr viele Mopedfahrer aus Europa kommen hier wohl nicht vorbei, dann führt sie uns freundlich herum. Einige Fotos dürfen wir machen, aber nicht überall.  Wir sehen eine Mischung aus Werkbank, [...]

By |Dezember 2nd, 2015|

zurück in Muscat, Oman

Gleicher Ausblick, gleicher Starbucks, gleicher Kaffee, sogar gleicher Sitzplatz. Ihr ahnt es vielleicht, wir suchen mal wieder online ein Hotel. Man stelle sich vor, die hehren Ungewaschenen beträten ohne Reservierungsbestätigung eine Hotellobby, sie müssten wie Maria und Josef im Stall übernachten! (Ihr merkt schon, ich bin etwas in Weihnachtsstimmung). So jedenfalls buchen wir ein Apartment am anderen Ende der Stadt mit eigener Waschmaschine, um uns unauffällig wieder in die Zivilisation einzugliedern. Die Bude ist super und neben der großen Wäsche nutzen wir die Gelegenheit auch, indisch essen zu gehen. Denn dorthin wollten wir ja eigentlich reisen, das müssen wir nun kompensieren. Aber wer weiß schon wo er mal landet und warum? Vor 15 Jahren schon wollte ich in den [...]

By |Dezember 1st, 2015|

Yiti, Oman

Was tut man am besten, wenn Mopedfahren nicht richtig rockt und die Sonne gnadenlos scheint? Richtig, ab an den Strand! Die Strände hier sind wunderschön, weicher, weißer Sand, sauber - jedenfalls unter der Woche und wenn der Reinigungsmann schon durchgelaufen ist - und überraschend leer - ebenfalls unter der Woche, muss ich wiederum einschränken. Im Lulu Hypermarket, unser Favorit im Oman, decken wir uns mit reichlich Wasser und Lebensmitteln ein und fahren die wenigen Kilometer bis Yiti über eine herrliche Bergstraße.  Yiti ist ein kleines Fischerdorf direkt am wunderschönen Strand, dessen Bewohner theoretisch schon in schmucke Neubauten weiter vom Golf entfernt umgesiedelt wurden, um Platz für ein Strandhotel zu schaffen. Da dies jedoch - wenigstens bisher - nicht gebaut [...]

By |November 29th, 2015|

Muscat, Oman

Spaßeinbußen muss man schon in Kauf nehmen, sofern man die Reifen nicht erneuert. Rund 23.000 Kilometer haben die Biester jetzt hinter sich, 20.000 hätten wohl genügt. Wir machen uns auf nach Nizwa, wollen eines der unzähligen alten Forts ansehen. Ankommen werden wir dort letztlich nicht - auf jeden Fall nicht heute. Der direkte Weg führt auf Schotter durch das Hadschar-Gebirge. Tatsächlich würde er mit frischen Reifen und ohne Gepäck riesigen Spaß bringen, der Weg ist schmal, steinig und steil mit tollem Ausblick. So jedoch kapitulieren wir recht schnell und fahren statt dessen auf der perfekten Küstenstraße nach Muscat. Auf Schotterwegen gehts in die Berge Richtung Nizwa. Grundsätzlich ein schlechter Parkplatz an diesem Nadelöhr… …doch [...]

By |November 26th, 2015|

Al Hoqain, Oman

Das allerschönste ist vielleicht der Duft. Alle, aber wirklich alle Omanis sind parfümiert. Oft auch die Autos, die Eingangsbereiche in öffentlichen Gebäuden und auch durch die Innenhöfe flitzt ab und zu ein Mensch mit Räucherschalen. Und was irgendwie schlimm klingt, quasi nach Duftbaum im Opel Kadett oder Wahrsagerzelt auf der Kirmes, ist in Wirklichkeit fantastisch, unaufdringlich und schnell vertraut. Scheinbar sind wir hier das einzig Geruchlose, jedenfalls, wenn die letzte Dusche nicht allzu lang her ist. Wir fahren zum Wadi Al Hoqain. Die Faszination Wadi erklärt sich einem direkt nach der Ankunft. Das Flussbett ist fast trocken, aber hier und da fließt noch Wasser, kleine Fische tummeln sich darin, Felsen laden zum Sitzen, kleine Wasserfälle zum Duschen und Becken [...]

By |November 24th, 2015|

erste Eindrücke, Oman

Wie die meisten der Emirate besteht auch Dubai aus zwei nicht zusammenhängenden Fleckchen Erde und der kleinere liegt nicht nur am Golf von Oman, sondern grenzt auch an den Oman. Und just diesen Grenzübergang haben wir uns ausgesucht. Ruckizucki sind wir dann auch ausgereist, jedoch rutschten wir irgendwie durch den Zoll. Hm, wir brauchen unbedingt noch die Stempel für die Carnets, also müssen wir zurück. Dem Grenzer ist es recht, und weil unser Ausreisestempel sowieso das falsche Datum hatte, korrigiert er dies auch gleich mit. Im herrlich klimatisierten Zollbüro mit WiFi, gemütlichen Sitzplätzen für Wartende und außerordentlich netten Zöllnern bekommen wir erst mal zwei Dosen eiskalte Pepsi geschenkt, während wir erklären, was wir brauchen. "Stempel hier, Stempel da, unterschreiben [...]

By |November 23rd, 2015|

Hatta, Vereinigte Arabische Emirate

Wir fahren über perfekte Straßen durch die Stadt. Die Leitplanken sind in dichten grünen Hecken versteckt und bunte Blumen leuchten aus kreisrunden Beeten. Glänzende, riesige Geländewagen begleiten uns, die Sonne lacht, nur ein Schleifgeräusch stört die Idylle: Schrabschrab, schrabschrab, schrabschrab. An der Tankstelle - an der es natürlich jede Art von Sprit zum günstigen Kurs gibt - finde ich den Störenfried erst einmal nicht. Die Gelegenheit wollen wir zum Reifendruck prüfen nutzen, denn Tankstellen bieten hier all die praktischen Sachen, die wir von Zuhause gewöhnt sind, es gibt sogar Mülleimer. Doch scheinbar haben die Reifen hier andere Ventile, Luft tanken klappt trotz der Hilfsbereitschaft dreier Mitarbeiter nicht. Ein Reifenhändler wenige Kilometer weiter weiß Rat, fördert aus den Tiefen seiner [...]

By |November 22nd, 2015|

Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate

Obwohl wir mit Schlafsäcken bewaffnet sind, eignen sich die Sitzreihen nicht für eine erholsame Nachtruhe. Dabei schienen die Voraussetzungen gut. Es sind nicht allzu viele Passagiere auf dem Dampfer und diejenigen, die Fahrzeuge dabei haben, wählen diese für die Übernachtung. Platz haben wir also wahrlich genug. Die Sitzreihen selbst sind das Hindernis. So sind zwischen den einzelnen Sitzschalen Hebel angebracht, mit denen man die Lehne verstellen könnte, würden sie denn funktionierten. Tun sie nicht. Außerdem stehen die Biester über die Sitzfläche hinaus und drücken den Liegenden in Hals, Rippen, Hüfte und Kniekehle. Dies wiederum gibt mir Gelegenheit auf Deck den wunderschönen Sonnenaufgang zu verfolgen, denn schon sehr früh halte ich es auf den Sitzen nicht mehr aus. Sharjah erreichen [...]

By |November 21st, 2015|

Lar, Bandar Lengeh und Bandar Abbas, Iran

Die Reifen sind noch ein trauriger Schatten ihrer selbst. 22.000 Kilometer haben sie auf den Buckeln, oder auf dem, was von ihnen übrig ist. Aus ehemals zahlreichen einzelnen Stollen wurden wenige zusammenhängende Streifen und diese sind nun flach und rissig. Außerdem fehlt dem Hinterreifen die hübsche Rundung zu den Rändern. Er ähnelt nun einem schmalen Autoreifen. Doch selbst wenn einige der gummibereiften Casperbuden im Iran die gleiche Reifengröße hätten, würden wir hier keine Reifen kaufen wollen. Die zahlreichen Werkstätten erwecken wenig Vertrauen in die Produkte. Mit Glück bieten die VAE ja etwas Brauchbares an. Und so bringt die Fahrt nicht den großen Spaß, die sie bringen könnte. Tatsächlich ist sie auch landschaftlich nicht so reizvoll oder uns fehlt heute [...]

By |November 18th, 2015|

Zahedshahr, Iran

Als wir vor etlichen Wochen in Almaty/Kasachstan waren, gelangte ich durch Zufall auf die Website von Brigitte und Peter aus Stade, ihrem Hund Oskar und dem Donnerlaster, mit dem sie derzeit reisen. Wir schrieben uns Mails und haben nun die erste Gelegenheit genutzt, um uns zu verabreden. Und genau dieser Tag ist heute, auch wenn sich erste Hindernisse abzeichnen: Das Fernlicht meines Mopeds hat am Tag des größten Regens einen eigenen Willen entwickelt und dieser zwang nun die Batterie in die Knie. Vielleicht wollte das Moped auch einfach etwas Licht in den dunklen Tag bringen? Drei Tage Rumstehen haben es vermutlich auch nicht besser gemacht, das Moped will laufen. Kann es jetzt aber ausgerechnet am Tag der Abfahrt nicht mehr. [...]

By |November 14th, 2015|

Shiraz, Iran

Die Strecke zwischen Persepolis und Shiraz ist kurz und belebt. Nicht zum ersten mal denke ich an Han Solos Flug durch das Asteoridenfeld in Episode V. Ich halte es für durchaus denkbar, dass nur ein Drittel der Personen, die hier ein Fahrzeug bewegen, jemals einen Führerschein erworben hat. Und selbst die haben die Inhalte der Lektionen schnell wieder verdrängt (Anmerkung des Korrekturlesers: Ich nehme hingegen durchaus an, dass die Mehrheit der Autofahrer hier einen Führerschein besitzt. Aber ähnlich wie in Kirgistan wird der hier wohl eher erworben und nicht nach einer Prüfung erteilt :-)). Die Teilnahme am Straßenverkehr in Irans Städten stärkt das Nervenkostüm und raubt einem eine Schicht Grünes hinterm Ohr. Der Name der Stadt mag es einen glauben lassen, aber Wein [...]

By |November 12th, 2015|

Persepolis, Iran

Bei der Abreise kribbelt eine große Euphorie in mir. Gern schaue ich mir die Länder, Städte und Orte an. Aber niemals fällt es wirklich schwer sie wieder zu verlassen. Kein Ort war bisher schöner als der Zauber des Unbekannten und Kommenden. Relativ schnell finden wir eine Tankstelle, welche diesmal sogar Superbenzin verkauft. Manchmal hat man Glück, manchmal nicht. Im zweiten Fall tanken wir halt das andere Zeug, welches so zwischen 75 und 85 Oktan enthält, und in verschiedenen Farben an den Mann bzw. das Fahrzeug gebracht wird. Vermutlich ist die Farbenvielfalt des Kraftstoffs der letzten Länder auch der Grund, dass unsere ehemals strahlendweiß durchgefärbten Kunststofftanks mittlerweile eine eher nikotinartige Färbung angenommen haben. Meiner übrigens mehr noch als Reuschis, warum [...]

By |November 8th, 2015|

Yazd, Iran

Die Fahrt zwischen Esfahan und Yazd ist mal wieder - wie könnte es auch anders sein - verdammt saukalt. Eisiger Wind treibt uns über die Berge. Sollte es nicht endlich mal flach werden? Gegen Mittag stoppen wir für einen heißen Tee, jedoch ohne Erfolg. Der Benzinkocher ist wieder verstopft, so ein Riesenmist. Eine Gruppe Iraner lädt uns zu ihrem Tee ein, aber wir sind genervt und ungesellig und lehnen daher ab. Wir hatten vor heute Nacht unterwegs zu zelten und erst morgen nach Yazd zu fahren, aber ohne Kocher bei den kalten Temperaturen bringt uns das wirklich keinen Spaß. Also fahren wir durch. Yazd hat sich zum großen Teil sein altes Stadtbild erhalten. Aus sonnengetrocknetem Lehm erbaute Häuser bilden [...]

By |November 5th, 2015|

Esfahan, Iran

Teheran und Esfahan sind mit diesen praktischen Schnellstraßen durch das Nichts dazwischen verbunden. Auch wenn hier durchaus Verkehr herrscht, ist es längst nicht so beängstigend wie in der Stadt. Nicht nur die kleinen Mopeds fehlen, ein großer Vorteil ist auch die große Entfernung zur Gegenfahrbahn. Manchmal liegen sie soweit auseinander, dass die Gegenrichtung nicht einmal zu sehen ist. Es gibt einem doch Halt im Leben, wenn wirklich alle Fahrzeuge in die gleiche Richtung fahren. Mit Unterstützung der Passanten finden wir ein nettes Hotel und einen separaten bewachten und überdachten Parkplatz für die Mopeds und können uns so völlig entspannt die quirlige Stadt ansehen. Neben den üblichen Sehenswürdigkeiten (Moscheen, Basare, Mausoleen, Minarette) gibt es auch ein armenisches Viertel und viele [...]

By |November 3rd, 2015|

Teheran, Iran

Es nieselt, es regnet, es ist kalt. Und spätestens als wir das Elburs-Gebirge erreichen, wird es auch noch neblig. Vielleicht fahren wir auch einfach durch die tiefhängenden Regenwolken, oder beides, vom Nebel in die Wolken und wieder runter in den Nebel. Jedenfalls ist die Sicht beschissen und meine Finger sind starr vor Kälte. Nicht jeden iranischen Autofahrer motiviert die eingeschränkte Sichtweite das Licht einzuschalten. Häufig, aber nicht immer, schaltet er jedoch den Warnblinker während des Überholvorgangs ein. Viele blinkende Lichter weisen also nicht auf eine Baustelle hin, wahrscheinlicher ist es, dass gerade drei Autos nebeneinander ein weiteres überholen. Baustellen würde man eher an einem roten Fähnchen erkennen oder halt an der Baustelle selbst. In Teheran werden müder Geist und müder [...]

By |November 1st, 2015|

erste Eindrücke, Iran

Die Einreise in den Iran ist trotz erhöhtem Aufwand durch das Carnet de Passage total schnell erledigt und dank neuer Uhrzeit sind wir sogar früher ein- als aus Turkmenistan ausgereist. Wer meint, er hätte Zeit gewonnen, irrt jedoch, um 16:30 wird es dunkel. Da könnten Heimatgefühle aufkommen, tun sie aber nicht. Iran hat nicht nur eine eigene wunderschöne Schrift, sondern nutzt auch eigene Zahlen. Praktischerweise werden diese jedoch von links nach rechts gelesen und sind Dank der Übersetzung auf den Straßenschildern, die zwar der Geschwindigkeitsbegrenzung dienen sollen, dies aber es nicht tun, für den gelangweilten Motorradfahrer schnell gelernt. Die Straßen sind gut, tatsächlich wurden sie länderweise stetig besser, die Landschaft ist erst noch auenländisch durch den Komet-Dag, später wird [...]

By |Oktober 30th, 2015|

Aşgabat, Turkmenistan

Aşgabat ist anders als alles, dass ich bisher gesehen habe. Die Stadt war in früheren Zeiten eine Kreuzung mehrerer Karawanenwege, heute sieht man hiervon - vermutlich nicht zuletzt aufgrund regelmäßiger Erdbeben -  jedoch nichts mehr. Alles, aber wirklich alles ist hier weiß. Die Gebäude, die Bushaltestellen und die Busse selbst, die Ampeln, die Brücken, Straßenlaternen und Geländer, ja selbst die Autos sind zu 99% weiß oder Silber. Prachtstraßen sind mit weißen Prunkbauten gesäumt, dutzende Parks und weiße Denkmäler für Gurbanguly Berdimuhamedow und Turkmenistan sind zu sehen. Ist die Straße einmal nicht ganz so schick, ist sie trotzdem mit gleich wirkenden historisierenden weißen Gebäuden im Sowjetstil bebaut. Vor die alten Plattenbauten werden weiße Fassaden gehängt, nur hier und da sieht man noch [...]

By |Oktober 28th, 2015|

Darvaza, Turkmenistan

Das Permit, das wir bei Einreise erhielten, erlaubt ausschließlich den Transit durch Turkmenistan. Die Strecke, die wir fahren dürfen, ist hierin aufgelistet und eingezeichnet. Daher nehmen wir an, dass die Einhaltung der Route unterwegs durchaus kontrolliert wird. Wird sie aber nicht. Wir treffen zwar viele Kontrollstellen mit Soldaten, überprüft werden wir aber nie. Ab und an sehen wir die Stationen zu spät und sausen durch, verfolgt werden wir deswegen aber erfreulicherweise nicht. Die schlechte Laune verfliegt schnell, das Fahren bringt uns Spaß obwohl es wieder fies kühl ist. Die Straße ist  brauchbar und die Landschaft um uns herum ist nun nicht mehr steppig, sondern wüstig. Kamele sehen wir trotzdem nur wenige. Ab und an treffen wir auf Ziegen oder [...]

By |Oktober 26th, 2015|

Daşoguz, Turkmenistan

In Turkmenistan ist gerade Mittagspause, als wir die Grenze erreichen. Daher warten wir erst einmal eine Stunde in der Sonne, bevor es losgeht. Etwa zwei Stunden später sind wir rund 150 US $ ärmer und stolz wie Oskar auf unsere Einreisestempel. Weit kommen wir jedoch nicht mehr, es ist doch arg spät geworden und so suchen wir uns in Daşoguz ein Zuhause. Entlang der Straße dorthin werben immer wieder Plakate für Turkmenistan und seinen Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedow. Das erste Hotel versprüht von außen lange vergangenen Sowjetcharme und irritiert im Inneren deutlich. Hinterm Rezeptionstresen schnattern drei Frauen und eine weitere Dame telefoniert bequem auf dem Rücken liegend. Diese klärt uns - nach ihrem Telefonat und dann sitzend - über Zimmer und [...]

By |Oktober 25th, 2015|

Khiva, Usbekistan

Bitterkalt ist es bei unserer Abfahrt und wir ziehen alles an, was wir finden können. Ich trage drei paar Handschuhe übereinander und kann die Finger kaum mehr krümmen. Trotzdem ist es verdammt kalt! Die Strecke führt geradeaus, geradeaus und nochmal geradeaus. Die Kontrollen der Soldaten werden seltener und es gibt auch kaum noch Ortschaften. Nach 150 Kilometern müssen wir trotzdem eine Pause machen und kochen und erst einmal einen Tee zum Aufwärmen. Die Landschaft ähnelt hier der Steppe in Kasachstan, auch wenn wir rund 500 Kilometer weiter südlich fahren. Nur Kamele sehen wir hier nicht und es liegen auch deutlich weniger zerfetzte Autoreifen am Straßenrand. Die Strecke ist landschaftlich wenig abwechslungsreich. Wir müssen unterwegs nochmals für eine [...]

By |Oktober 24th, 2015|

Bukhara, Usbekistan

Hinsichtlich der Spritversorgung wurde uns immer wieder Schlimmes prophezeit. Grade wird Baumwolle geerntet, da soll es noch schwieriger sein als normalerweise schon. Die meisten Autos tanken hier Gas. Die sechste Tankstelle hat geöffnet und verkauft uns sogar Benzin. 80 Oktan, aber immerhin, man nimmt, was man kriegt. Und dann endlich machen wir uns wieder auf den Weg. Die zweispurige Straße ist erneut ganz brauchbar und wir kommen recht gut voran. Sie führt durch etliche Dörfer, die Menschen nutzen dann die Mittelleitplanke, die hier aus Betonschweinen besteht, als Sitzgelegenheit für einen Schwatz oder bieten von dort aus Kleinigkeiten zum Kauf an. Für Fahrzeuge, die die Richtung wechseln möchten, sind ab und an Lücken in die Betonwand gelassen. Die linke Spur [...]

By |Oktober 22nd, 2015|

Samarkand, Usbekistan

Wir kommen nicht sehr schnell voran. Schuld sind nicht die Straßen, die sind eigentlich gar nicht so übel, immer wieder gibt es aber Opiumkontrollposten, die viel Zeit kosten. Selbst wenn wir nur durchgewunken werden, stehen wir mit den anderen Fahrzeugen in einer Schlange und warten die Durchsuchungen der Fahrzeuge vor uns ab. Taxis werden besonders oft durchsucht. Vielleicht schmuggeln die am häufigsten? Wir wirken wohl recht vertrauenswürdig und werden nie durchsucht. Ab und an zeigen wir den Herren in grün oder grau - die ihrer Uniform wegen eine erstaunliche Ähnlichkeit mit französischen Briefträgern aufweisen - mal den Pass und erzählen von unserer Reise, meist können wir aber unbehelligt weiterfahren. Samarkand erreichen wir ordentlich durchgefroren auf dem vermutlich schmucklosesten aller [...]

By |Oktober 20th, 2015|

erste Eindrücke, Usbekistan

Die Ausreise aus Tadschikistan ist einfacher als die Einreise es war und vor allem billiger, nämlich kostenlos. Im strömenden Regen erreichen wir Usbekistans Grenze und damit geht der Spaß los: Formular ausfüllen, Pass abgeben, Fragen beantworten: "Was haben Sie in Tadschikistan gemacht?" "Hat es Ihnen gefallen?" "Haben Sie Fotos gemacht?" Klingt nett, ist es aber nicht. Der Nachbar ist hier nicht beliebt. Henning begleitet drei Soldaten zur Gepäckkontrolle während ich die Zollformalitäten erledige. Wir sind die einzigen, die die nächsten zweieinhalb Stunden versuchen werden, diese Grenze zu überwinden. Innerhalb von fünfzehn Minuten ist Hennings Moped komplett entpackt und so bleibt es die nächsten eineinhalb Stunden auch. Shirts liegen neben Pistazien, Shampoo neben Straßenkarten, Medikamente neben Schuhen. Sogar die Sitzbank [...]

By |Oktober 17th, 2015|

Dushanbe, Tadschikistan

Der erste Teil der Strecke ähnelt dem gestrigen Tage. Deutlich später als die Entfernung es eigentlich rechtfertigt kommen wir in Kalaikhum an und müssen uns entscheiden: links 371 und rechts 283 Kilometer bis Dushanbe. Passanten raten uns dringend die längere Strecke an, die andere soll in einem schrecklichen Zustand sein. In den letzten Tagen war uns schon aufgefallen, dass hier Entfernungen in Autostunden anstelle Kilometern angegeben werden, allmählich verstehen wir auch warum. Wir tanken noch kurz aus Plastikeimern, dann machen wir uns wieder auf den Weg. Miese Straße wechselt sich mit spaßiger Piste und - wir glauben es kaum - perfekter Fahrbahn. Und so erreichen wir, wiederum nach diversen Schranken und Schulkladden, am Abend tatsächlich müde und völlig verdreckt Dushanbe. Ich glaube, [...]

By |Oktober 16th, 2015|

Khorog, Tadschikistan

Unser Weg führt uns einen Großteil der Strecke über 4.000 Meter Höhe, daher bleibt es weiterhin kühl und vegetationsfrei. Und obwohl die Pamirs unter Touristen in Zentralasien ein bevorzugtes Reiseziel sind treffen wir keine. Für organisierten Tourismus ist es vermutlich zu spät im Jahr und Individualreisende sind schlicht aufgrund der Größe der Region nur durch Zufall zu finden. Wir planen jedoch - sollten wir die Strecke schaffen - die auf vielen Websites erwähnte Pamir Lodge als Heim zu wählen, somit werden wir dort mit Sicherheit mal wieder auf andere Reisende treffen. Henning ist weiterhin alles andere als fit. Wir verlassen daher schon nach kurzer Fahrt den Weg zum Wakhan-Korridor und wählen die kürzere und vermeintlich bessere Straße direkt nach Khorog. [...]

By |Oktober 11th, 2015|

Murghab, Tadschikistan

Kaum haben wir Sary Tash verlassen, stehen wir schon vor einer geschlossenen Schranke. In liebevoller Handarbeit werden alle Personen und Fahrzeuge samt Herkunft und Ziel in eine Schulkladde eingetragen. Das dauert seine Zeit, könnt ihr euch sicher vorstellen, auch wenn wir grad die einzigen sind. Im Gegensatz zu gestern ist heute ein sonniger, klarer Tag. Wir sehen zum ersten mal die weißen Berge ohne Dunstschleier.  Die Landschaft ändert sich langsam, je höher wir kommen. Gibt es erst noch Grasbüschel, verschwinden diese schließlich zu Gunsten von einigen Moosen, ansonsten ist alles kahl. Die Berge beeindrucken uns sehr. Wie so oft in Grenznähe ist die Straße schlecht und teilweise einfach gar nicht vorhanden. Daher bekommen wir große Augen, als wir Anne [...]

By |Oktober 7th, 2015|

Osh und Sary Tash, Kirgistan

Der Hotelmanager hat uns ein Upgrade geschenkt, daher haben wir auch ein Wohnzimmer. Eine Badewanne hätte ich wohl vorgezogen, aber einem geschenkten Barsch... Die Bestandsaufnahme am Morgen führt noch einige blaue Flecken und Kratzer zu Tage, der Arm schmerzt aber schon deutlich weniger. Dafür kündigen sich Halsschmerzen an. Gesundheitlich läuft es irgendwie echt nicht so gut für uns in Kirgistan. Wir butschern etwas durch die Stadt und kaufen Lebensmittel für die nächsten Tage. Mit Ausnahme des Basars gibt es hier jedoch wenig Spannendes zu sehen. Die Stadt ist staubig, voller Smog und wenig erlebbar, wie eigentlich die meisten Städte in den letzten Wochen. Aber wir finden eine Schneiderin für meinen zerrissenen Pulli und ein paar zusätzliche Handschuhe für mich. [...]

By |Oktober 6th, 2015|

auf dem Weg nach Osh, Kirgistan

Luftlinie ist Osh gar nicht fern, allerdings kragt Usbekistan ins Land, daher ist die Fahrstrecke um einiges weiter, wenn man keine Landesgrenzen überschreiten möchte. Unabhängig von der Zeit, die wir an der Grenze einplanen müssten, lässt unser Visum nur eine Einreise nach Usbekistan zu, daher werden wir den Umweg nehmen und dann wahrscheinlich schon in Jalal-Abad ein Zuhause für die Nacht suchen. Denn noch wollen wir etwas mehr von Kirgistan sehen. Die Fahrt beginnt wunderschön. Immer wieder müssen wir für Fotos anhalten oder auch nur, um den grandiosen Ausblick etwas länger genießen zu können. Irgendwann fahre ich aber doch allein weiter, das Fahren bringt nach der langen Pause in Bishkek nämlich riesigen Spaß! An einem See halte ich an [...]

By |Oktober 2nd, 2015|

Toktogul, Kirgistan

Bogdans Unkenrufen zum Trotz ist es sonnig heute und es zog auch kein Sturm auf. Wir sind wirklich froh, wieder onroad - oder auch offroad - zu sein, in Bishkek waren wir nun wirklich lang genug. Die Strecke durch die Berge ist wunderschön, wenn auch etwas kühl. Aber daran werden wir uns gewöhnen müssen. Jetzt kommen die kalten Wochen! Polizisten sind hier übrigens erst auf zweiten Blick zu erkennen. Wurden sie bisher immer würdevoll uniformiert, tragen sie hier eine Art blauen Seemannspulli und die Amtsaufnäher sind erst aus der Nähe zu erkennen. So geraten wir etwas überrascht in eine Lasermesskontrolle. 14 km/h zu schnell waren wir laut Messung. Ich würde sagen 20 waren es mindestens, aber na gut. Drei [...]

By |Oktober 1st, 2015|

Bishkek, Kirgistan

Der nächste Tag beginnt verspätet mit leichtem Kopfschmerz und Getreidebrei. Der Getreidebrei wird uns noch öfter begegnen. Bogdan um- und versorgt uns zwei weitere Tage liebevoll wie eine Mutti ihre schwachsinnigen Kinder. Zuerst besuchen wir die tadschikische Botschaft, um ein Permit für den Pamir-Highway zu ergattern. Leider hat sie geschlossen. Schon seit zwei Wochen, und auch noch für die nächsten zwei. Hm, komisch. Bauarbeiten sieht man nicht. Die Aufkleber für die Visa sind aus, heißt es gerüchteweise. Das erscheint mir aber doch etwas unglaubwürdig. Außerdem brauchen wir keinen Aufkleber, nur einen Stempel. Der Wachmann fragt mal nach, und einige Minuten später bekommen wir tatsächlich die Stempel. Man, sind die klasse hier! Die Gültigkeit entspricht der Laufzeit der Visa, wir [...]

By |September 30th, 2015|

Balchyk, Kirgistan

Hatte ich schon erzählt, wie schön die Landschaft hier ist? Manchmal sind die Berge hügelig und mit hellgrünem Gras bewachsen, manchmal sind sie unter dunkelgrünen Bäumen kaum zu sehen, und manchmal sind sie rot und kahl. Oft tragen sie weiße Hüte aus Schnee. Überall glitzern kleine Flüsse in der Sonne. Pferde, Schafe, Ziegen, Kühe und Esel stehen in Herden herum und spazieren über die Fahrbahn. Viele Kinder und auch manch Erwachsene winken uns zu. Wir genießen die Fahrt trotz des kühlen Wetters sehr. Und der Issyk-Kul wirkt wie ein türkisfarbenes Meer - traumhaft! Der Issyk-Kul mit ein paar Bergen. Dazu ist es unglaublich ruhig. Sehr, sehr schön. Eigentlich wollten wir zelten, aber wir finden am Abend keinen geeigneten [...]

By |September 22nd, 2015|

Karakol, Kirgistan

Auf einige Länder freuten wir uns mehr als auf andere. Kirgistan war eines der ersten Sorte. Was uns hier wohl erwartet? Direkt nach der Grenze ändert sich die Landschaft. Schlagartig ist alles grün, man denkt, aus Versehen in Kanada gelandet zu sein. Unser Ziel ist Karakol am Issyk-Kul (das ist ein See :-)). Und da wir so gut durch kamen, haben wir alle Zeit der Welt, uns an der veränderten Landschaft zu freuen. Rundherum sind Berge, es sprudeln Flüsse und Bäche, und wieviele Bäume es gibt! Die Straßen sind eher mittelmäßig, aber es herrscht nur wenig Verkehr. Vielleicht sehen wir heute sogar mehr Menschen auf Pferden als in Autos. Jedenfalls bis wir nach Karakol kommen. Die Menschen hier sehen sehr [...]

By |September 21st, 2015|

Charyn Canyon, Kasachstan

Die letzten beiden Tage in Kasachstan verbringen wir wieder etwas ruhiger. Wir sind froh, dem Staub und dem Smog der Stadt zu entkommen. Die Landschaft hat sich verändert, sie ähnelt nun der Kulisse aus einem Italo-Western: weite karge Landschaft und rote Berge. Die Strecke führt durch Schluchten und Steppe. Eine perfekte Mischung zwischen brauchbarer Straße, um die Landschaft genießen zu können und toller Piste für den nötigen Fahrspaß. Das Bargeld haben wir fast aufgebraucht, morgen geht es ja über die Grenze, und heute Nacht werden wir wild zelten. Daher sind wir etwas irritiert, als wir an eine Schranke mit Soldaten gelangen. Für das Reservat ist Eintritt fällig, den wir nicht bezahlen können. Nach etwas Hin und Her einigen wir [...]

By |September 17th, 2015|

Almaty, Kasachstan

Ganz wunderbar haben wir geschlafen! Allerdings wurde es nachts saukalt und ist es jetzt noch. Brrrrr! Wir ziehen daher nahezu alles an, was wir dabei haben, frühstücken kurz und machen uns wieder auf den Weg. Es ist nicht weit bis Almaty, aber wir werden nicht schnell fahren können. In der Steppe ist man ungestört, aber innerhalb der Orte und in der Nähe von Siedlungen finden sehr viele Verkehrskontrollen statt. Ich wundere mich immer wieder, wieviele Polizisten und Soldaten gelangweilt herumsitzen müssen. Bisher hatten wir viel Glück in Kasachstan, meist sollten wir nur Fragen zu unserer Herkunft, den Mopeds oder der Reise beantworten, vielleicht einmal den Pass zeigen. Die laut Auswärtigem Amt so furchtbar wichtige KfZ-Versicherung (es drohen hohe Strafen!!!) und [...]

By |September 16th, 2015|

Korday, Kasachstan

Da der Staub ständig die Fahrbahnmarkierungen verdeckt - mit denen hier übrigens deutlich mehr als mit Verkehrsschildern gearbeitet wird - sehen wir regelmäßig Menschen, die diese wieder freifegen. Ein ungewohnter Anblick! Und obwohl es recht warm ist, bringt der Wind aufgrund des Staubs nicht so viel Freude. Tatsächlich produzieren wir unter der Dusche stets erstaunlich beigefarbenen Schaum. Auch der Smog mag seinen Anteil hieran haben. Viele Menschen tragen daher Staubmasken, erinnert ihr euch vielleicht an Michael Jackson? So in etwa sieht es aus. Wir sehen in Kasachstan zwar auch viele westliche Autos - ich bin nicht sicher, ob wir Japaner mittlerweile auch als "westlich" bezeichnen würden, einfach weil wir die auf unseren Straßen so oft sehen - aber häufig [...]

By |September 13th, 2015|

Turkestan, Kasachstan

Wir erreichen Turkestan am frühen Nachmittag. Nirgends sind wir bisher so weite Strecken gefahren wie hier in Kasachstan. Heute war es gar nicht so weit, aber fies stürmisch. Das Land ist wirklich groß und die Orte weit verstreut. In kleineren Orten sehen wir ausschließlich asiatisch aussehende Menschen und fallen auf wie der sprichwörtliche bunte Hund. In größeren Städten leben auch viele Russen, ohne Mopeds gehen wir dann ganz gut in der Menge unter. Es sei denn natürlich, wir sprechen. Wir haben ein Zimmer mit Balkon gemietet, damit wir heimlich selbst kochen können. Der kasachische Küche merkt man das Nomadentum deutlich an: es gibt Fleisch, Fleisch und Fleisch. Außerdem Milchprodukte gern vom Esel, Pferd oder Kamel. Frisches Gemüse gibt es [...]

By |September 11th, 2015|

Qandyagash bis Aralsk, Kasachstan

Am nächsten Morgen scheint tatsächlich die Sonne. Der sandige Boden trocknet schnell und das vertrocknete Kraut duftet wunderbar. Wäre nicht der platte Reifen, wäre alles perfekt. Naja, noch schöner wäre es, wenn die Pferde nicht weitergezogen wären, aber denen waren wir wohl nicht ganz geheuer. Wir frühstücken etwas Müsli mit Joghurt, kochen einen Kaffee und machen uns dann an den Reifen. Übung haben wir ja nun schon. Das Loch ist schnell gefunden und geflickt, eine zweite Stelle macht uns noch etwas Sorgen, aber wir wollen auch nicht vorschnell den letzten Flicken opfern. Erst mal sehen, wann wir weiteres Flickzeug kaufen können, noch ist die Stelle zwar dünn, aber dicht. Die Handpumpe bringt nicht viel, aber ein Lasterfahrer hilft gerne [...]

By |September 8th, 2015|

irgendwo vor Qandyagash, Kasachstan

Kasachstan ist anders als die bisherigen Länder auf unserer Route. Und das nicht nur aufgrund der Weite und der Einsamkeit. Auch wenn grade in den größeren Städten viele Russen leben, überwiegt doch der Anteil der asiatisch aussehenden Menschen. Wir müssen hier etwas seltsam wirken, jedenfalls wird sehr viel über uns gekichert. Hier kichern übrigens nicht nur Kinder, sondern auch erwachsene Menschen. Recht erfrischend nach den eher emotionssparsamen Russen. Natürlich können wir mal wieder nichts lesen und auch die Geschäfte und Restaurants sind für uns nicht auf ersten Blick erkennbar. Die stets vorhandene russische Übersetzung bringt uns ja auch nicht weiter. Schaufenster sind außerhalb von Einkaufszentren eher unüblich und Fenster sind gern verspiegelt oder auf Sichthöhe beklebt, sodass wir stets [...]

By |September 4th, 2015|

Atyrau, Kasachstan

Die letzten Rubel packen wir an einer familiengeführten Raststätte auf den Tisch und erhalten Dank der sehr hilfsbereiten und kreativen Dame des Hauses ein eher ungewöhnliches, aber leckeres und vor allem vegetarisches Mittagessen samt zweier kalter Cokes. Satt und bargeldlos machen wir uns wieder auf den Weg. An unserem letzten Tankstop in Russland fahren vier bepackte Mopeds an uns vorbei. "Ach schön, die finden wir mit Sicherheit an der Grenze wieder, vielleicht können wir ja ein paar Tage zusammen verbringen?" Denken wir noch, irren uns aber. Tatsächlich sehen wir sie nämlich schon früher. In einer kleinen Warteschlange vor einer Brücke stehen sie, wenn wir das provisorische Blechungetüm denn mal Brücke nennen wollen. Zwei polnische Pärchen auf großer Fahrt sind [...]

By |September 3rd, 2015|

Elista und Astrakhan, Russland

Der Tankwart weigertet sich strikt, Geld für die beschädigte Luftpumpe anzunehmen und schenkt uns zum Abschied sogar ein kleines Lächeln. Müde und glücklich fahren wir zum wirklich schönen Hotel, verputzen ein leckeres Risotto, leeren eine Flasche miesen Wein und schlafen herrlich und vermutlich ziemlich lange. Diese ständigen Zeitverschiebungen sind doch etwas irritierend. Die Straße ist wenig befahren und eintönig. Wir fahren ewig gradeaus durchs große Nichts, biegen ab und fahren weiter durchs Nichts. Manchmal sehen wir Kuhherden herumlaufen, meistens jedoch nur vertrocknetes Gras und etwas Gestrüpp. Und noch etwas sehen wir kaum: Müll am Straßenrand gibt es hier so gut wie gar nicht. Viel Strecke, viel vertrocknetes Gras. Aber die Sonne scheint, Straße und Temperaturen sind [...]

By |September 1st, 2015|

Pyatigorsk, Russland

Die Strecke führt entlang der Krisenregion Kabardino-Balkarien und es gibt kaum einen Kilometer Straße, der nicht von Kameras, Polizisten oder Soldaten überwacht wird. Immer wieder werden Fahrzeuge kontrolliert, der Verkehr ist dicht und wir kommen nur langsam voran. Alle fahren sehr gesittet, es ist vollkommen ungewohnt nach den letzten Wochen, nicht, dass wir hier noch die Rüpel sind! Irgendwann ist es dann soweit, wir werden rausgewunken. Artig zeigen wir unsere Papiere vor, registriert wird man hier in jedem Hotel, daher gibt es auch seitens der beiden Polizisten nichts zu meckern. Also werden wir zügig und nicht unbedingt unfreundlich mit "Heil Hitler!" verabschiedet. Hm, was antwortet man da am besten? "Danke"? "Trinken wir auf die schönen Frauen"? Wir schauen uns etwas [...]

By |August 29th, 2015|

Georgische Heerstraße, Georgien / Russland

Bereits etliche Kilometer vor der Grenze nach Russland säumen wartende LKW die Georgische Heerstraße. Tagelang warten die Fahrer bis sie abgefertigt werden können. Seltsamerweise gibt es keinerlei Versorgung, weder Büdchen, noch fahrende Händler. WCs gibt es natürlich auch nicht. In regelmäßigen Abständen liegen große schwarze Müllsäcke am Straßenrand, die Abfallentsorgung scheint also irgendwie zu funktionieren. Wir fahren an allen wartenden Fahrzeugen vorbei, die Soldaten nicken uns zu, lediglich der vorletzte holt sich vorab kurz per Funk die Erlaubnis ein, uns passieren zu lassen. Die Ausreise ist schnell erledigt, auch an Hennings Papieren gibt es diesmal nichts zu meckern. Vor dem Grenzübergang noch schnell das letzte georgische Geld bei der Mittagspause verbrauchen. Bei der Einreise wird nicht nur [...]

By |August 28th, 2015|

Tiflis, Georgien

Rico hat uns eine schöne Strecke für den Rückweg nach Georgien empfohlen. Da ich etwas verkatert bin, durchlebe ich diese leider wie in Watte gepackt. Bis auf den Tunnel, den wir eigentlich zu Gunsten eines Passes gar nicht fahren wollten, den erlebe ich doch recht deutlich. Verdammt, geht's hier runter in die Hölle? Es ist stockfinster, schmal und saukalt. Und das Biest hört gar nicht mehr auf! Die Ausreise aus Armenien spiegelt die Einreise, nur dass deutlich mehr Menschen den Übergang nutzen. Überflüssige Zettel müssen ausgefüllt werden und natürlich kostet es auch Geld, das Land zu verlassen. Da ich heute etwas dünnhäutig bin, bin ich über diese Wegelagerei sehr verärgert. Aber unsere Beschwerden nützen nix, dies ist der Ablauf [...]

By |August 27th, 2015|

Yerevan, Armenien

Yerevan erinnert mit zahlreichen und wie ich finde gelungen, bedrückenden Plakaten an den armenischen Genozid vor 100 Jahren. Das Thema ist hier keinesfalls verziehen oder vergessen, sondern sehr präsent. Wir haben eineinhalb Tage Zeit für die Stadt, abzüglich der Zeit, die wir für die deutsche und die turkmenische Botschaft benötigen. In ersterer bekommen wir bei unformeller eher herzlicher Stimmung unsere Pässe, die Michelle mit den Visa für Russland und Kasachstan herschickte. Kurzer Abgleich mit den anderen Pässen, das wars. Keine Formulare, keine Unterschriften, kein Geld. Wie wir später erfahren sollen, ist dort noch deutlich mehr Flexibilität vollkommen normal. Wenig später zurück bei unseren Mopeds spricht uns ein nett aussehender Mann auf deutsch an. "Woher, wohin und bis wann?" Leider [...]

By |August 25th, 2015|

Gyumri, Armenien

Wir kommen spät los. Durch die gestrigen Wolkenbrüche trocknete unsere Wäsche schlecht und scheinbar wurde mal wieder die Uhr umgestellt. Richtig Zeit verlieren wir aber an der Grenze bei Zhdanovakani / Bavra. Die Ausreise ist schnell erledigt. "Wo geht's hin? Alles Gute!" Und wech sind wir. Dann fahren wir so lange durchs Niemandsland, dass ich befürchte, illegal eingereist zu sein. Eine fast fertige Baustelle zeigt schon einmal die künftige Grenze, noch ist sie aber geschlossen. Also fahren wir dran vorbei und immer weiter. Pferde grasen am Straßenrand. Mist, der fehlende Einreisestempel wird bei der Ausreise Probleme machen. Nicht dass Sie denken wir kommen aus Aserbaidschan oder der Türkei. Irgendwann kommen doch noch einige Baracken mit offizieller Nutzung. Und es [...]

By |August 23rd, 2015|

Vardzia, Georgien

Der georgische Zöllner flirtet etwas mit mir. Scheinbar bin ich für Männer 50+ durchaus attraktiv! Neues Land, neue Schrift. Hübsch sieht sie aus, lesen können wir sie nicht. Ist aber zu verschmerzen, wir verstehen die Sprache ja doch nicht. Die Landschaft ist hier sehr bergig und grün, Nadel- und Maulbeerbäume, sehr schmuck und wir freuen uns über den Schatten! Unser neues Zuhause ist in Vardzia und so schön, dass wir gleich zwei Nächte bleiben. Und obwohl es einen Pool mit grandiosem Ausblick gibt, sitzen wir erst einmal auf der Veranda und freuen uns über unser erstes Bier seit langem. Das hat schon was! Unser Zimmer von außen… …und von innen. Sehr gemütlich. Wegen der Hanglage [...]

By |August 22nd, 2015|

Kars, Türkei

Der Weg nach Kars führt uns durch die Berge, der Ausblick ist schön, der Zustand der Straße eher so lala. Deutlich ernüchtert erreichen wir Kars am frühen Nachmittag. Der Stadtrand besteht aus schmutzigen Wellblechhütten, geheizt wird mit getrockneten Kuhhäufchen, es wimmelt von Fliegen. Die Region ist bekannt für Honig und Käse, ersteres ist wohl der Grund, dass wir beide einen Bienenstich als Souvenir bekommen. Sehr faszinierende Tierchen. Sie sterben leider beim Stich eines Warmblüters, Stachel und Giftbeutelchen reißen dank Widerhaken aus dem Leib der Dame. Die Stachel bekommen wir gut rausgezogen, die Stiche bleiben uns trotzdem mehrere Tage erhalten. Honig kaufen wir trotzdem nicht. Super Strecke zwischen Artvin und Kars – sowohl fürs Auge wie fürs Motorradfahrerherz. [...]

By |August 20th, 2015|

Kavrun und Artvin, Türkei

Es ist heiß und sonnig und wir flüchten in die Berge. Kaçkar heißt das Gebirge hier und ist sehr imposant. Im Gegensatz zur kahlen und schattenlosen Trockenheit an der Küste ist hier sehr viel Grün. Eine sehr willkommene Abwechslung. Es ist Sonntag, daher sind sehr viele Wochenendausflügler zum Picknick unterwegs. Zum Picknick gehört, neben der ganzen Familie, die zwingend einzupacken ist, eine Vielzahl an Sitzgelegenheiten, vorbereitete Nahrungsmittel für ein ganzes Dorf, ein Grill und eine Teekanne, wobei das Wort "Teekanne" das tatsächliche Gerät kaum zutreffend beschreibt. Hierzu gehören eine Gaskartusche - gern vier bis achtmal größer als man sie vom Campingkocher kennt - mit Brennstelle, eine Kanne mit heißem Wasser sowie drübergestapelt eine Kanne mit Tee. Dieser wird lose [...]

By |August 18th, 2015|

Trabzon, Türkei

Trabzon wählten wir aus zwei Gründen aus: Wir hoffen, das mittlerweile irrgeleitete Paket umzuleiten und die Süperlig hat begonnen, wir wollen Karten für Trabzonspor vs. Bursaspor ergattern. Um es vorwegzunehmen: beides hat nicht geklappt. Das Hotel haben wir vorab schon online gebucht, in einem Tankstellencafé, indem es uns nicht gelang etwas anderes als Tee zu ordern - obwohl an den Nebenplätzen gegessen wurde -, gab es WiFi. Die Teerechnung haben übrigens die Herren des Nebentisch übernommen, obwohl wir kaum miteinander sprachen. Wirklich sehr nett! Trabzon ist im Sommer aus Gründen, die sich mir nicht erschließen, total ausgebucht. Daher sind wir froh, online noch ein Hotel zu ergattern, auch wenn der Preis eine Frechheit ist. Wie frech, wird uns später [...]

By |August 16th, 2015|

Samsun und Odur, Türkei

Angeblich soll es ja am Schwarzen Meer kühler sein, erzählen uns hier jedenfalls immer alle. Es stimmt aber nicht. Vielleicht ist dies normalerweise so, ich gebe zu, auch die Klimatabellen verweisen hierauf, aber dieser Sommer ist wohl einfach anders. Irgendwo muss die Erderwärmung ja schließlich stattfinden. Wir finden unser neues Zuhause in Samsun, auf einem trostlosen Platz mit viel Beton direkt zwischen Schwarzen Meer und Hauptstraße. Das Meer ist hier eher bäh, also planschen wir auch nicht. Aber die Duschen sind richtig heiß! Unser Zelt bauen wir neben dem Bus von zwei Berlinern auf, die grade eine winzigkleine magere Katze mästen. Sehr erfrischend die Berliner Schnauze. Vermutlich hatte ich keine Schimpfworte mehr gehört - oder jedenfalls verstanden - seit [...]

By |August 14th, 2015|

zurück in Ankara, Türkei

Etwas wehmütig verlassen wir Kappadokien, zumal wir ja erneut nach Ankara müssen um den Botschaftsmarathon abzuschließen. Die Fahrt ist gewohnt wild, während einer Kreiseldurchfahrt soll ich gar zweimal auf die Hörner genommen werden. Es ist wieder wie damals, am frühen Morgen im Freibad: völlig egal, aus welcher Richtung oder auf welcher Seite ich schwamm, auch der Schwimmstil oder die Geschwindigkeit waren irrelevant. Immer, wirklich immer musste ICH im Zickzack ausweichen. Die badebekappten Rentner hatten stets Vorfahrt, vermutlich hatten sie dies Vorrecht durch jahrzehntelange Nutzung des Schwimmbads erworben. Neben der etwas rücksichtslosen Fahrweise fällt eine weitere türkische Begleiterscheinung des Autofahrens auf. Es handelt sich um das Hupen. Gehupt wird stets und ständig. Hierzu gibt es unzählige Gelegenheiten. Neben dem Hupen [...]

By |August 12th, 2015|

Göreme, Türkei

Aus hohen Hügeln werden flache Hügel, wir sehen abgeerntete Felder, rote Erde und gelbes Gras, während wir die durchaus brauchbare Schnellstraße nach Kappadokien fahren. Das Kuriosum türkischer Straßenbaukunst - Teerpfützen oder auch mal Teerflüsse auf der Fahrbahn - begegnet uns auf dieser Strecke eher selten. Vermutlich tritt der Teer durch die Hitze aus, es wirkt aber, als wäre er grade erst hingekippt worden. Und das eimerweise. Obwohl es (wie ich nicht müde werden kann zu berichten), arg warm ist, fahren wir die Strecke an einem Tag und beziehen am Abend einen Zeltplatz in dem durchaus hübschen Ort Göreme. Aus den Hügeln wurden irgendwann Zuckerhüte und Zipfelmützen aus Baiser in weiß und hellbeige, einfach wunderschön. Wir sind begeistert. Und wir [...]

By |August 9th, 2015|

Ankara, Türkei

Ankara hat etwa 5,15 Mio Einwohner. Das lässt darauf schließen, dass diesen hier einiges geboten wird. Sollte diesem tatsächlich so sein, so bleibt es uns verborgen. Die Stadt scheint erstaunlich reizlos zu sein. Bereits nach einem Tag Sightseeing sind wir durch, aber dafür sind wir ja auch nicht hier. Uns lockt die Vielzahl an Botschaften. Die Visabeantragung über Agenturen in Deutschland stellte sich als so zeitintensiv heraus, dass wir einige Tage Vorort investieren wollen. Russland und Kasachstan lassen wir weiter über die Agentur laufen, vorerst gehen wir aber Usbekistan, Turkmenistan, Tajikistan und Iran selbst an. So der Plan. Leider liegt uns die neue Referenznummer für die Iraner Botschaft noch nicht vor, in einer früheren Planungsphase hatten wir diese für [...]

By |August 5th, 2015|

Eğirdir, Türkei

Auf dem Weg von Olympos nach Ankara müssen wir noch eine Übernachtung einplanen und entscheiden uns für Eğirdir am Eğirdir Gölü. Nachdem wir Küste und Berge verlassen haben, geht's es nahezu schnurgerade über leichte Hügel. Links und rechts liegen Felder, Stroh wird grade gebündelt, ziemlich viel Stroh. Die meisten Fahrzeuge auf dem Weg transportieren entweder Stroh oder Landarbeiter, die dann wiederum Stroh auf LKWs laden. Schattige Plätze für Pausen sind rar. Daher sind wir froh, endlich in Eğirdir zu sein. Hier ist die Hölle los, auf jeden Fall jenseits der Kaserne, die wirkt eher spaßarm. Scheint ein wirklich beliebter Ort zu sein. Allerdings werden wir beäugt als wären wir Zootiere. Deutsche mit Mopeds verirren sich wohl nicht so oft hierher. Trotz [...]

By |August 1st, 2015|

Çıralı, Türkei

Eine Motorradreise durch die Türkei ist im August nur eine bedingt gute Idee. 38°C im Schatten sind schon ein Wort. Zumal es während der Fahrt keinen Schatten gibt. Vermutlich einer der Gründe, warum man eher selten Motorradfahrer in Sicherheitskleidung sieht. In Olympos, unserem nächsten Reiseziel, sehe ich sogar Polizisten mit blanken Köpfen. Das sollte als Nachweis ausreichen, Helmpflicht gibt es in der Türkei nicht. Und falls doch, interessiert das wirklich niemanden. Als wir unsere Mittagspause aus Versehen mitten auf einem Busbahnhof machen, googelt ein interessierter Passant Hennings Helm und ist völlig entsetzt ob des Preises. Wir erzählen ihn lieber nicht, dass es ihn in Deutschland nicht so billig gegeben hätte. Wenn man sich die Menschentraube ansieht, die uns umringt, [...]

By |Juli 31st, 2015|

Demre, Türkei

Am Morgen trennen sich unsere Wege, Peter macht sich langsam auf den Heimweg und wir fahren weiter an der Küste entlang nach Osten. In Patara gibt es einen wunderschönen Strand mit Schildkröten! Fahrerisch haben wir heute den besten Tag der Türkei! Wir sind zwar in Teilen auch auf der unvermeidlichen Schnellstraße unterwegs, abseits dieser fahren wir aber auf roter Piste durch die Berge! Sauspaß bringt es! So sind wir auch nicht böse, als ich eine Abzweigung verpasse und wir einen Teil der Strecke doppelt fahren müssen, es ist einfach großartig. Wie schade, dass Peter nicht mehr da ist, das hätte ihm und Paula sicher auch sehr gefallen. Albi in Action – was für eine tolle Strecke! An einer [...]

By |Juli 29th, 2015|

Pamukkale und Dalyan, Türkei

In Pamukkale haben wir uns mit Peter verabredet. Ihr erinnert euch vielleicht? Wir trafen uns in Griechenland und wollten unbedingt noch einige Tage zusammen fahren. Peter ist allerdings sehr viel schneller als wir unterwegs und wollte sich erst einmal den Norden ansehen. Die Fahrt durch die Berge bringt überwiegend großen Spaß, wir halten aber mehrmals, um unsere T-Shirts in Wasser zu tauchen. Grade innerhalb der Ortschaften bei dichtem Verkehr ist es vor Hitze kaum auszuhalten. Am frühen Nachmittag bauen wir unser Zelt am Platz der allerschönsten Aussicht auf und wundern uns. Warum ist Peter noch nicht hier? Er hatte doch nur die doppelte Strecke zurückzulegen, er müsste doch längst hier sein? 😉 Albi bei traumhafter Aussicht auf Pamukkale. [...]

By |Juli 27th, 2015|

Izmir, Türkei

Die Geheimnisse des türkischen Fahrstils konnte ich bisher nicht entschlüsseln. Klar, sollten mehr Fahrzeuge nebeneinander passen als Spuren angedacht sind, werden diese geschaffen. Das verstehe ich. Auch die Erweiterung der grünen Ampelphasen um einige Sekunden zuvor und achtern, meinetwegen auch mitten in der Rotphase, wenn doch eh keiner kommt. Dann wird es schwieriger. Hilfreich ist es, die große Rücksichtslosigkeit einfach zu akzeptieren, wie man es auch beim einem Kleinkind täte. Es wird gedrängelt und geschnitten, ausgebremst, links geblinkt und rechts gefahren, oder geradeaus gefahren oder angehalten? Eigentlich egal. Am besten stellt man sich auf alles ein. Mopeds dürfen hier übrigens nicht so schnell fahren wie PKWs, vermutlich kann man sie deshalb gar nicht als vollwertige Verkehrsteilnehmer ansehen. Ein besonderes [...]

By |Juli 24th, 2015|

Ayvalık, Türkei

Die Türkei war das erste Nichteuroland, in welches wir bereits mit Landeswährung in der Tasche einreisten. Thorsten und Katy haben uns vorab schon ausgestattet. Sehr bequem, so gut vorbereitet zu sein, muss ich sagen! Heute ist Ayvalık unser Ziel. Eine hübsche kleine Hafenstadt vor Izmir. Der Campingplatz liegt etwas außerhalb im waldigen Hang, direkt am Meer. Er duftet wunderbar nach Kiefern. Wirklich toll, würde nicht überall soviel Müll liegen. Es gibt Schutt, Sperrmüll, losen Müll, Müll in Tüten, Müll, Müll, Müll. Schwer ernüchternd sind auch die Sanitäranlagen, ganz üble Nummer. Schlimmer als ihr es euch vorstellt, da bin ich sicher. Wie seltsam, es gibt sogar ein Restaurant mit hübschen Terrassen am Meer. Wie passt das nur zusammen? Wir bleiben trotzdem, [...]

By |Juli 22nd, 2015|

erste Eindrücke, Türkei

Die grünen Versicherungskarten haben wir leider Zuhause vergessen, und in Griechenland gibt es auch keine Filiale, in der wir uns eine neue ausstellen lassen könnten. René findet die Biester aber nach ausgiebiger Detektivarbeit ("René Jones auf der Suche nach den grünen Versicherungskarten") und mailt uns einen Scan, bevor er sie in unser Carepaket legt. Mit Farbausdrucken bewaffnet kommen wir also an die griechisch/türkische Grenze und schauen mal, wie weit wir damit kommen ohne eine weitere Versicherung kaufen zu müssen. Wir durchlaufen etliche Stationen, deren Sinn sich mir nicht vollständig erschließt. Hier der Fahrzeugschein, da ein Barcode für den Pass, dort wird er gelesen, hier nochmal der Fahrzeugschein. Und vielleicht den Pass? Pass geht immer. Und der Scan? Den schaut [...]

By |Juli 21st, 2015|

Samothraki, Griechenland

Früh am Morgen stehen wir auf, wir haben die erste Fähre gebucht. Die Überfahrt nach Samothraki dauert zwei Stunden und bringt uns viel Freude. Ab und an kann man sogar Delphine sehen, die das Schiff begleiten. Hauptsächlich sind es jedoch Möwen die das Schiff umfliegen und immer wieder herabstoßen, um Fische aus dem Kielwasser zu angeln. Wie es die nautische Geschichte des Landes der Reeder vermuten lässt, haben die Griechen es deutlich besser im Griff, die Fähre zu be- und entladen, als wir es bei der Überquerung der Donau erlebten. Ruckizucki geht das! Bertil auf großer Überfahrt. Auch richtiges Federvieh begleitet das Schiff. Griechenlands politische Unruhen zeigen sich nicht nur an den Geldautomaten, wobei hier [...]

By |Juli 20th, 2015|

Alexandroupolis, Griechenland

Der Grenzübergang nach Griechenland ist unkompliziert, wir fühlen uns gleich willkommen. Und die Straßen wirken auf einmal sehr westlich. Woran man es merkt? Es ist nicht nur der Belag - blendend weiße Fahrbahnmarkierungen und Absperrungen, sobald nur etwas Geröll am Straßenrand liegt. Und Motorräder gibt es hier! Große Dinger und vor allem richtig viele! Wochenlang nur Zwiebacksägen, und nun das! Und die Fahrer? Tja, es scheint Helmpflicht zu herrschen. Jedenfalls tragen ein Großteil der Mopedfahrer Helme, also am Arm oder am Gepäckträger oder am Lenker, auf dem Kopf jedenfalls fast ausnahmslos nicht. Die Schrift können mir nicht lesen.  In Bulgarien konnten wir sie natürlich auch schon nicht lesen, aber jetzt können wir sie anders nicht lesen. Doppelter Analphabetismus, ein [...]

By |Juli 17th, 2015|

Buzludzha, Bulgarien

Leo und Nadine verlassen wir bei Regen. Erst nieselt es nur, nach zwei Kilometern werfen wir aber das Ölzeug über, nun regnet es Bindfäden. Die Strecke jedoch ist trotzdem schön. Eine Straße im guten Zustand zwischen den Bergkämmen und eine wirklich schöne Aussicht. Henning ist nicht so fit, schon das Abendessen mussten wir ausfallen lassen, hoffentlich wird es nicht schlimmer. Als neues Zuhause haben wir einen Campingplatz in Kran gefunden. Anfangs sind wir die einzigen Gäste. Vor der Wende muss das Gelände als ein riesiges Ferienlager gedient haben. Es gibt 30 Hütten, teilweise jedoch in einem wirklich erbärmlichen Zustand. Weiterhin ist Platz für bestimmt 40 Camper und Zelte. Nachdem unser Zelt einsam dasteht, satteln wir die Mopeds erneut und fahren auf den [...]

By |Juli 15th, 2015|

Sunny Beach, Bulgarien

Nachdem wir uns nun in Land Nummer fünf befinden, halte ich an der These fest: viel Vorbereitung ist nicht zwingend notwendig. Es mag Menschen geben, denen es Freude bereitet sich vorab intensiv über Kulturen, Sehenswürdigkeiten, Sprachen, Grenzübergänge, Zeitzonen und Währungen zu informieren, nötig ist es aber schlichtweg nicht. Ich wohne nun seit 36 Jahren mit kleineren Unterbrechungen in einer Stadt, deren Sehenswürdigkeiten ich regelmäßig nicht besuche. So ist es doch nur naheliegend, sich auch unterwegs treiben zu lassen. Hier und da haben wir eine Vorstellung wohin wir gern möchten, der Rest ergibt sich dann durch Vorschläge, die wir unterwegs erhalten. Auch das Wetter hat großen Einfluss auf unser Handeln. Bei Hitze müssen wir früh los und schaffen trotzdem keine [...]

By |Juli 14th, 2015|

Murighiol, Rumänien

In Murighiol im Donaudelta angekommen versuchen wir anhand einer etwas bizarreren Wegbeschreibung einen ganz bestimmten, zauberhaften kleinen Campingplatz praktisch mit Familienanschluss anhand eines Reiseberichts zu finden. Erfolglos. Immer wieder fahren wir den Weg ab, interpretieren neu, fahren nochmal, lesen nochmal, schauen auf die Karte, aber: nix. Statt dessen nimmt das Unglück seinem Lauf. Gargarmel bekommt uns in seine Klauen. Wir landen auf einem schmuddeligen kleinen Hinterhofplatz  und können uns irgendwie nicht wehren. Zu müde? Ich weiß es nicht. Wir schaffen es noch, den Kochkünsten Gargarmels Frau zu entkommen und auch seinen Schnäpsen. Die müssen wohl unbedingt noch wech, immer wieder fängt er damit an. Brr, schüttel! Ich komme mit Dosenbier durch, Reuschi jedoch kann den Wein, den Gargarmel ihm randvoll [...]

By |Juli 10th, 2015|

Berca, Rumänien

Das Hotel in Berca verlassen wir rechtzeitig und machen und auf die Suche nach einer Post. Nachdem wir sie auch nach viertem Nachfragen nicht finden, nimmt uns eine ältere Dame an die Hand und bringt uns hin. Wir hätten sie auch nach fünfzehnmal Nachfragen nicht gefunden. Die Dame strahlt sehr und freut sich über unseren Besuch. So nette Menschen wie in Rumänien kann es nirgendwo anders geben! Die Dame bei der Post schenkt uns zwei Briefumschläge und so gehen unsere Visaanträge auf die Reise. Nach langem hin und her und für und wider haben wir uns für die Route nördlich ums Kaspische Meer entschieden. Armenien fällt allerdings wohl aus, die Grenze zur Türkei ist dicht, wir könnten dann nur vom [...]

By |Juli 6th, 2015|

Curtea de Argeș und Transfăgărășan, Rumänien

Wir machen uns auf nach Curtea de Argeș. Neben der Transfogarascher Hochstraße (oder wie der Rumäne sagt: Transfăgărășan) gibt es in der näheren Umgebung mehrere Sehenswürdigkeiten, die wir uns markiert hatten. Wir sind also ausgezeichnet vorbereitet! Die Suche nach einem Campingplatz ist wieder schwierig und aufgrund des warmen Wetters bringt es auch wenig Spaß. Aber: es lohnt sich! Wir landen schließlich etwas außerhalb von Curtea de Argeș bei Vali und Raluca. Bisher sind keine Gäste da und Vali ist grade auf dem Sprung zu einem dreitägigen Endurowettbewerb. Vorher hilft er noch kurz mein Federbein einzustellen. Das ist super, ich freue mich riesig. Er lässt uns sein Haus aufgeschlossen, damit wir den Kühlschrank nutzen können und falls wir Abwasch haben oder seinen PC [...]

By |Juli 5th, 2015|

Transalpina, Rumänien

Die Fahrt durch die Karpaten erinnert landschaftlich an die Pyrenäen: Total grün, Pferde, Kühe und Schafe laufen frei herum, jedoch ist hier deutlich weniger Verkehr. Die Orte sind überschaubar und und es leben dort mindestens so viele Hunde wie Menschen. Die Häuser sind nur teilweise bewohnbar, die nicht bewohnbaren Teile werden einfach mit Blumentöpfen geschmückt. Insgesamt fällt auf, dass Mittel fehlen, aber alles ist sehr liebevoll zurechtgemacht. Campingplätze gibt es nun deutlich weniger und gern sind sie auch (noch?) geschlossen. Daher geben wir am Abend müde und genervt auf und nehmen uns ein wunderschönes und für hiesige Verhältnisse sauteures Zimmer in einer alten, sehr sorgfältig renovierten Villa in Banpotoc. Unser Wohnzimmer hat umlaufende Fenster mit Blick in den tollen [...]

By |Juli 2nd, 2015|

erste Eindrücke, Rumänien

Beim Wechsel von Ungarn nach Rumänien passieren wir das erste Mal eine Grenze, die auch noch grenzt. Der ungarische Zöllner ist sehr freundlich und hilfsbereit und erzählt uns allerlei, das ich jedoch vollständig nicht verstehe. Dann trägt er unsere Ausweise wech von seinem tollen Schattenplatz hin zur ungarischen Zöllnerin, was uns das zwischenzeitliche Einpacken erspart. Er scheint mir jedoch nicht ganz selbstlos, da er mit vollem Einsatz mit der rumänischen Kollegin flirtet und er freut sich sichtlich über die Gelegenheit, sie zu besuchen. Sie wiederum erkundigt sich sehr busy nach dem Grund unserer Einreise und scheint nur sehr mäßig interessiert an ihm. Aber vielleicht gehört dies ja auch zum Balztanz? Die rumänischen Karten hatten wir leider noch nicht auf [...]

By |Juli 1st, 2015|

Gyula, Ungarn

Unsere neue Heimat ist Gyula. Wir zelten direkt neben der Burg, auf deren Gelände an diesem Wochenende ein großes Fest stattfindet. Daher können wir auch  am gleichen Abend ein Konzert besuchen! Das Gefiedel der ungarischen Musik bringt ordentlich  Stimmung. Dazu wird getanzt, ich versuche, es euch zu beschreiben: die Männer tragen weiße Hemden mit schwarzen Westen. Die schwarzen Hosen sind an den Oberschenkeln weit und an den Unterschenkeln schmal geschnitten und in die schwarzen hohen Stiefel gesteckt. Auf dem Kopf tragen sie ein gefülltes Glas, ohne es mit den Händen zu halten. Sie springen gemeinsam im Kreis und besonders mutige klatschen dabei nicht nur in die Hände, sondern auch auf die Stiefel. Dann wird das Glas leergetrunken und das [...]

By |Juni 30th, 2015|

Eger, Ungarn

Ein herzliches Hallo in Ungarn! Obwohl wir so begeistert von der Slowakei waren, hatten wir die letzten Kilometer beide ein ungutes Gefühl. Beim letzten Supermarkt hatten wir gar Sorge die Mopeds allein auf dem Parkplatz stehen zu lassen. Das hatten wir wirklich noch nie! Es passierte aber nichts, auch der hartnäckig bettelnde Junge stibitzt nichts. Einen größeren Teil der Strecke fahren wir nun auf mehr oder weniger befestigten Feldwegen - also überwiegend im Stehen - zwischen Sonnenblumen- und Weizenfeldern. Das Gepäck ist erstaunlicherweise hierbei einfach nicht mehr zu spüren. Solange man nicht anhält, dann ist es weiterhin Mist ein solcher Packesel zu sein. Wir sind froh in Ungarn angekommen zu sein und nach etwas Suchen finden wir einen ganz [...]

By |Juni 27th, 2015|

Spišské Podhradie, Slowakei

Den Zeltplatz bei Čierny Balog verlassen wir bei kühlem Nieselregen. Das Zelt müssen wir nass einpacken, heute kommt die Sonne wohl nicht mehr raus. Also ab in die Regenklamotten und weiter nach Osten. Spišské Podhradie ist unser Ziel. Mal abgesehen vom Wetter ist die Strecke wirklich schön. Wir buchen uns für zwei Nächte in einer wenig charmanten Pension ("Penzion Podzamok") ein. Das grüne Badezimmer ist so hässlich, dass ich mich jedesmal erschrecke, wenn ich reinsehe. Buh! Da war es wieder. Das Bild kaschiert den Schrecken. Daher ist das Zimmer auch nicht groß verunstaltet, als wir jede Möglichkeit nutzen, um Sachen zu trocknen. Sogar die Fenster haben wir zugehängt. Man kann nun von innen nicht mehr die Weihnachtsaufkleber auf den Scheiben [...]

By |Juni 25th, 2015|

Der Geburtstag, Piešťany und Čierny Balog, Slowakei

Heute habe ich Geburtstag. 36 Jahre bin ich alt geworden. Ganz schön erwachsen. Mehr erwachsen geht eigentlich gar nicht. "Also, was mache ich hier eigentlich?" frage ich mich. "Sollte ich nicht ein Reihenhaus erwerben und eine Familie gründen?" Wenn nicht jetzt, wann dann? Aufgrund eines Regenschauers beim Zeltabbau trinken wir unseren Frühstückersatzkaffee in einem Kaviareň (Café), das vor Kindern und Jugendlichen gradezu überquillt. Was für eine Geräuschkulisse! Es läuft keine Musik im Hintergrund, das wäre aber auch völlig überflüssig. Niemand könnte sie hören, selbst wenn er wollte. Es muss sich um ein Landschulheimsausflug handeln, ich kann mir die Menge an Nicht-Erwachsenen unterschiedlichsten Alters ansonsten nicht erklären. Entsprechend lang ist die Schlange vor dem Tresen und ich habe Zeit die Halblinge zu [...]

By |Juni 22nd, 2015|

Humpolec und Rožnov pod Radhoštěm, Tschechien

Tschechien ist großartig für Motorradreisen. Kleine, kurvige Straßen durch schöne grüne und hügelige Landschaft, hübsche Dörfer und wenig Verkehr, wenn man die Autobahn meidet, die übrigens für Motorradfahrer kostenlos ist. Der Straßenbelag ist durchaus erneuerungsbedürftig, beim langsamen Fahren und Tageslicht ist dies aber kein Problem. Trotzdem begegnen wir insgesamt nur wenig anderen Motorradfahrern. Diese freuen sich aber genauso wie wir und grüßen lebhaft, selbst wenn wir uns nur aus der Ferne sehen. Das ist übrigens Philip. Er reist bei Albi im Tankrucksack. Quasi Maskottchen und kleiner Mietz-Ersatz… Sind die Häuser nicht grau oder braun verputzt, so wurden sie aus der Palette der Bonbonfarben gestrichen. Dies gilt sowohl für die alten, als auch für Neubauten. Neubauten sind in [...]

By |Juni 19th, 2015|

Karlovy Vary (Karlsbad), Tschechien

Dem Tipp des Pitstoppers folgend, ist unser erstes Ziel Karlovy Vary (Karlsbad). Auf dem Weg dorthin sehen wir das Falkenauer Becken, ein riesiges Braunkohletagebaugebiet, die Ausmaße sind unglaublich, wenn man es nicht gesehen hat. Karlsbad lockt mit seinem historischen Stadtkern viele Besucher. Die Häuser aus der Jahrhundertwende haben überwiegend sanierte Fassaden in den unterschiedlichsten Farben, und die Besucher entsprechen der typischen Kurzielgruppe. Restaurants und Cafés wechseln sich mit Geschäften und Hotels ab. Und viele davon erscheinen erstaunlich vertraut. Jedoch verbringen wir trotz der zwei Nächte, die wir bleiben, nur wenig Zeit in der Stadt. Ein Mittagessen, etwas bummeln, ein paar Fotos und dann spazieren wir doch heim zum Zeltplatz, der etwas außerhalb der Stadt gelegen ist. Bunte, sehr [...]

By |Juni 17th, 2015|

Vorbereitungen

Das Thema Reisevorbereitung scheint mir ein Philosophisches zu sein. Oder sind wir einfach nachlässig? Vielleicht ein wenig. Die Zeit wird es zeigen und so komme ich gelegentlich auf das Thema zurück. Die Ente wurde uns als Wegbegleitung von Thorsten und Katy überreicht. Albi taufte sie spontan auf den gängigen Namen "Bertil"... Die Menschen, denen wir begegnen, sind jedenfalls deutlich besser informiert als wir. Sie kennen Umrechnungskurse, schöne Reisestrecken und -ziele, Grenzübergänge und schauen sehr mitleidig, ob unserer fehlenden Zeit-, Visa-, und Routenplanung. Ganz zu Schweigen von unserer ungenügenden sprachlichen Vorbereitung. Finde ich auch schade. Aber irgendwann mussten wir ja mal los. Mit dem Filzstift über die Europa- und Asienkarte zu malen und dabei die größten Kriesenherde zu [...]

By |Juni 15th, 2015|

Abschied

Die Jahre bringen es mit sich, dass ein Abschied nicht mit allen, denen wir gern "bis bald" gesagt hätten, am selben Ort und zur gleichen Zeit begangen werden kann. Umso schöner, dass ihr Euch die Zeit nahmt, uns zu besuchen, zu beherbergen und zu verabschieden - ob in Hamburg, Bad Nenndorf, Frankfurt oder Heidelberg! Herzlichen Dank und bis bald! Wir freuen uns drauf von euch zu hören! Leider haben wir viel zu wenige Bilder gemacht, solltet ihr noch welche haben, so schickt sie uns doch bitte!

By |Juni 14th, 2015|

voraussichtliche Route

"Richtung Osten" ist ja noch nicht so wirklich konkret, daher wollten wir zumindest eine grobe Routenplanung haben, an der wir uns längshangeln können. Da so eine Reise genau wie das Leben an sich aber nicht immer ein Wunschkonzert ist, hängt die Machbarkeit einiger Länder von diversen Umständen ab. Wie die politische Lage in Georgien oder Pakistan ist bzw. sein wird, wenn wir vor Ort sind und die Entscheidung fällen, ist jetzt noch gar nicht zu beurteilen. Außerdem spielen dann sicher die bis dahin gemachten Erfahrungen eine große Rolle, was man für machbar hält und was nicht. Und dann ist da ja noch das Klima. Gerade wenn man mit Mopeds und Zelt unterwegs ist, ist "der Sonne hinterher reisen" vermutlich gar [...]

By |September 27th, 2014|
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