In Turkmenistan ist gerade Mittagspause, als wir die Grenze erreichen. Daher warten wir erst einmal eine Stunde in der Sonne, bevor es losgeht. Etwa zwei Stunden später sind wir rund 150 US $ ärmer und stolz wie Oskar auf unsere Einreisestempel. Weit kommen wir jedoch nicht mehr, es ist doch arg spät geworden und so suchen wir uns in Daşoguz ein Zuhause. Entlang der Straße dorthin werben immer wieder Plakate für Turkmenistan und seinen Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedow.

Das erste Hotel versprüht von außen lange vergangenen Sowjetcharme und irritiert im Inneren deutlich. Hinterm Rezeptionstresen schnattern drei Frauen und eine weitere Dame telefoniert bequem auf dem Rücken liegend. Diese klärt uns – nach ihrem Telefonat und dann sitzend – über Zimmer und Preise auf, für uns ist eines im fünften Stock angedacht. Na wenigstens keine Mücken, denke ich noch, dann marschieren wir durchs rottige Treppenhaus zum Zimmer. Was für ein Drecksloch, wir verzichten gern.

Hotel Nummer zwei ist zwar auch äußerlich deutlich fitter als im Inneren, wir nehmen es aber trotzdem. Leider gibt es hier zwei Preise. Einen angemessenen in Manat für Heimische und einen unangemessen in US $ für alle anderen Gäste. Wobei „alle anderen“ vielleicht etwas üppiger klingt als es tatsächlich ist.

Wir ziehen uns schnell um und spazieren los Geld und Lebensmittel kaufen. Der Ort erinnert mit wenig Glanz und Plattenbauten an vergangene Zeiten in der DDR. Das Bildnis von Berdimuhamedow ist allgegenwärtig, so übrigens nicht nur in der Hotellobby, sondern auch in unserem Zimmer. Auf der Straße sind nicht viele Leute, und sie sind uns gegenüber ungewohnt zurückhaltend. Geschäfte finden wir kaum und die Banken hätten eh schon längst geschlossen. Also fragen wir in einem Teppichgeschäft nach, ob wir hier Geld tauschen könnten. Die Dame stimmt sofort zu und so können wir im nahegelegenen Lebensmittelgeschäft zuschlagen. Wir bekommen sogar zwei Dosen Bier, genau das richtige für heute Abend!

Unser Versuch das Zimmer am nächsten Morgen in Manat zu bezahlen und so unsere Reisepässe auszulösen scheitert, die Dame besteht auf Dollar und den hohen Preis und so verlassen wir den Ort etwas nörgelig aber dafür wieder mit Superbenzin in den Tanks.