Bogdans Unkenrufen zum Trotz ist es sonnig heute und es zog auch kein Sturm auf. Wir sind wirklich froh, wieder onroad – oder auch offroad – zu sein, in Bishkek waren wir nun wirklich lang genug. Die Strecke durch die Berge ist wunderschön, wenn auch etwas kühl. Aber daran werden wir uns gewöhnen müssen. Jetzt kommen die kalten Wochen!

Polizisten sind hier übrigens erst auf zweiten Blick zu erkennen. Wurden sie bisher immer würdevoll uniformiert, tragen sie hier eine Art blauen Seemannspulli und die Amtsaufnäher sind erst aus der Nähe zu erkennen. So geraten wir etwas überrascht in eine Lasermesskontrolle. 14 km/h zu schnell waren wir laut Messung. Ich würde sagen 20 waren es mindestens, aber na gut. Drei Polizisten betreuen den Vorgang. Der eine schwingt weiterhin mit großer Freude die Laserpistole, der zweite winkt die Fahrzeuge mit Hilfe seines roten Stöckchens raus und der dritte sitzt im Peterwagen und kassiert die Führerscheine ein. Uh! Hoffentlich nur vorübergehend, quasi als Pfand?  So stehen wir denn auch vor dem geöffneten Wagenfenster und Henning zahlt seine Strafe – jetzt aufgepasst – per VisaCard. Zum piepen! Anschließend bekommt er auch diesen Kassenrollenschnipsel als Beleg. Der Kartenterminal war vielleicht teurer als das Auto! Nicht mehr so fröhlich bin ich, als ich auch noch zahlen soll. Warum das denn? Es hat doch grade so viel Spaß gebracht? Nach kurzer Diskussion einigen wir uns. Entweder ich war nicht zu schnell oder aber wir gehen als ein Fahrzeug durch. Auf jedenfall schickt er mich letztendlich lachend weiter, ohne mir Talers abzuknöpfen. Na geht doch!

Auf der Route zwischen Bishkek und Osh wird es bergig, und entsprechend auch etwas frisch.

Albi bei der Mittagspause.

In Toktugul finden wir ein nettes Homestay, leider ist nur noch ein Durchgangsraum frei, aber die Nachbarn sind nett, daher ist es gar kein Problem. Mit Tjark und Detlef trinken wir Bier aus Teeschalen, welches wir in Ein-Liter-Flaschen kauften. Ich durchsuche meine Erinnerung, aber nein, das ist eine Premiere für mich. Die drei Herren verbindet die Begeisterung zur Fotografie, welche ich nicht unbedingt teile. Aber auch ich komme auf meine Kosten. Tjark ist Physiker, Detlef machte in seinem früheren Leben IMM (irgendwas mit Medien) und Henning kennt ihr ja. Es ist, als würden die drei einen Sketch nur für mich aufführen, herrlich!

Tja, und da Tjark irgendwann auf Vodka umstieg, teilen wir sein Frühstück am nächsten Morgen unter uns auf 😉