Heute geht’s uns um das Zuckerrohr, das – wie auch die Ananas – außerhalb von Honolulu angebaut wird. Schon nach wenigen Fahrminuten verwandelt sich die trockene Küstenregion in üppig grüne Vegetation. Etwas verspätet aber ausgesprochen gut gelaunt stehen wir vor dem heiligen Gral: Manulele Distillers.
Eine hübsche alte Scheune gefüllt mit allerlei Chichi, das das Herz des Trinkers aufgehen und sein Gesicht erstrahlen lässt. Kurzerhand wird uns mit lautem Knirschen aus doppeldaumendickem Zuckerrohr ein Saft gepresst, der nicht nur süß, sondern auch erstaunlich erfrischend schmeckt. Frisch gestärkt dürfen wir einen Blick auf die angrenzenden Zuckerrohrfelder werfen und schauen im Besuchergarten einige durchaus hübsche Sorten genauer an. Bei Manuele Distillers arbeiten neben unzähligen temporären Erntehelfern sechs Menschen permanent. Und diese sechs sind nicht nur unheimlich nett, sie erledigen dort einfach alles, was bei der Herstellung und dem Verkauf von Rum nun mal so anfällt: Zuckerrohr in Pressen schaufeln, Fässer umlagern, Flaschen abfüllen und beschriften, Rum ausschenken, sich hübsche Verpackungen überlegen, Rumkuchen backen und ahnungslosen Besuchern wie uns die Grundlagen erklären:
Zuckerrohr hat eine Wuchshöhe von drei bis sechs Metern. Der Mensch baut es schon seit ca. 2.500 Jahren an, seit etwa vierhundert Jahren gewinnt er hieraus Rum. Verwendet werden nur die Halme, die eher wie Stämme aussehen. Je nach Sorte kann eine Pflanze zehn bis zwanzig Jahre lang einmal jährlich geerntet werden. Manuele Distillers produzieren Agricole Rum, der im Gegensatz zu traditionellem Rum aus Zuckerrohrsaft von eigenen Feldern und nicht aus Melasse hergestellt wird und nur 3-5% der weltweiten Rumproduktion ausmacht.
Die Ernte erfolgt von Hand und beschert hier ziemlich aufregende Tage. Die Halme werden sortenweise zerkleinert und ausgepresst, der Saft wird durch Sieben von Schwebstoffen gereinigt und zum Fermentieren gebracht. Zucker wandelt sich in Alkohol. Nach diesem Prozess liegt der Alkoholgehalt erst bei etwa 5-10%. Es folgt die Destillation mittels Brennkessel, das Destillat hat anschließend einen Alkoholgehalt von 65-95% vol. und wird zum Ruhen in Edelstahlbehältern und, sofern gewünscht, zum Reifen in Eichenfässern gelagert.
Rum für Mixgetränke wird mit destilliertem Wasser auf die gewünschte Trinkstärke (Reduktionen auf bis zu 37,5% vol. sind zulässig) verdünnt bevor er in Flaschen gefüllt wird.
Sorten oder Jahrgänge werden hier nicht gemischt (Blending), jedenfalls nicht beabsichtigt. Und Unfälle gehen nicht in Serie, werden von treuen Kunden aber gern gekauft. Die Flaschen werden versiegelt, mit Etiketten beklebt und von Tiffany – sie hat die schönste Handschrift – beschriftet. Der größte Teil wird direkt vom Tresen, an dem auch wir eine ausgesprochen vergnügliche Zeit verbringen, verkauft, ein Export außerhalb der USA wäre schlicht zu aufwendig für die geringe Stückzahl. Während unserer Anwesenheit begegnen wir einigen Besuchern, die das Gelände mit einem breiten Lächeln im Gesicht und einigen Flaschen Rum unterm Arm wieder verlassen.
Vielen Dank für die Empfehlung René, wir hatten riesigen Spaß und hätten KōHana Rum ohne dich nie entdeckt!
Na, ihr habt wohl auch nur Alkohol im Kopf!!!???!!!
Viele Grüße aus Kappadokien /Türkei. Wir haben die letzten Tage nur noch Urlaub gemacht – jetzt sind wir endlich wieder unterwegs, um der Lethargie zu entgehen.
Wie wir gelesen haben, geht es euch noch immer sehr gut. Verschwendet ihr auch schon mal Gedanken, wie es wieder im Arbeitsleben sein wird???
Unser Oskar schickt auch einen WUW über die Leitung
Brigitte und Peter