Der Grenzübergang nach Griechenland ist unkompliziert, wir fühlen uns gleich willkommen. Und die Straßen wirken auf einmal sehr westlich. Woran man es merkt? Es ist nicht nur der Belag – blendend weiße Fahrbahnmarkierungen und Absperrungen, sobald nur etwas Geröll am Straßenrand liegt. Und Motorräder gibt es hier! Große Dinger und vor allem richtig viele! Wochenlang nur Zwiebacksägen, und nun das! Und die Fahrer? Tja, es scheint Helmpflicht zu herrschen. Jedenfalls tragen ein Großteil der Mopedfahrer Helme, also am Arm oder am Gepäckträger oder am Lenker, auf dem Kopf jedenfalls fast ausnahmslos nicht.

Die Schrift können mir nicht lesen.  In Bulgarien konnten wir sie natürlich auch schon nicht lesen, aber jetzt können wir sie anders nicht lesen. Doppelter Analphabetismus, ein fremdes Gefühl.

Wir zelten in Alexandroupolis, es war eine Empfehlung von Heinz aus Buzludzha/Bulgarien. Und Heinz treffen wir auch gleich wieder, sein Bus steht gar nicht weit Weg von unserem Zelt. Gegenüber zelten Peter aus Gütersloh und seine BMW 1200 GS. Ein wahres Schlachtschiff, aus der deutlich >1 Liter-Klasse, aber Peter ist auch nicht klein.
Wir verbringen den Abend alle vier zusammen und trinken etwas zuviel Bier. Meine mich zu erinnern, das Heinz auch noch Raki auf den Markt warf. Vielleicht hätten wir das Abendessen doch besser nicht ausfallen lassen? Am nächsten Tag geht es mir jedenfalls schlecht. Peter ist schon in den Puppen weiter nach Istanbul und Heinz treffen wir am Vormittag fröhlich pfeifend. Die sind tapfer! Ich habe ganz gut mit mir zu tun. Wasser trinken, mich nicht überfahren lassen, vielleicht etwas Sonnencreme? Ich kaufe erst mal einen Kaffee. Mist, ich hasse es, man kann den Tassenboden sehen. Es fehlt Kaffee im Kaffee. Wie kompliziert kann das sein? Wir drömeln etwas in der Stadt rum, kaufen Geld und was wir so brauchen, springen noch mal ins Meer und gehen abends schön essen. Und hinterher flanieren wir zusammen mit allen anderen die Küstenstraße entlang, die am Abend extra hierfür abgesperrt wird. Der Magen ist nicht mehr flauschig und es fühlt sich an wie ein wunderbarer Sommerurlaub.

Albi nach leckerem Essen im Restaurant. Gleich wird dann noch flaniert.