Der Staat Hawai’i umfasst 137 zauberhafte Südseeinseln und Atolle meist vulkanischen Ursprungs innerhalb des polynesischen Dreiecks, also mitten im Nichts. Noch heute kann man hier aktive Vulkane beobachten. Die acht Hauptinseln sind Heimat für etwa 1,4 Mio Einwohner, der Rest ist scheinbar unbewohnt. Wir finden unser Zuhause in der Hauptstadt Hawai’is, Honolulu, auf der Insel O’ahu, der drittgrößten Insel, die rund 75% aller Einwohner beherbergt. Sonnenschein, Blumenkränze, Denkmäler für bekannte Surfer und das Hawaiihemd sind hier allgegenwärtig. Hawai’i dürfte hiermit wohl der einzige Bundesstaat mit eigener Oberbekleidung sein. (Anm. der Korrekturlesers: Da bin ich unsicher. Was ist mit diesem beknackten Hüten in Texas?)

 

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Auch wenn bei der Oberbekleidung Uneinigkeit herrscht, so hat doch jeder Bundesstaat sein eigenes Kennzeichendesign mit entsprechendem Motto.

 

Unsere Wohnung ist faszinierend amerikanisch. Eine Art Rasenmäher wohnt in unserer Küchenspüle, der alles, was man hineinwirft auf Knopfdruck in kleine Flocken seines Selbst verwandelt. Er ist mir etwas unheimlich, daher werfe ich unsere Abfälle lieber weiterhin in den Mülleimer, den ich dann in einem Müllschlucker im Treppenhaus entsorgen kann. Henning jedoch hat viel Freude mit dem Rasenmäher und seinen Fähigkeiten. Alles scheint mir hier eine Nummer größer zu sein. Die Dusche, der Kühlschrank, die Bettdecke, der Fernseher. Im Ofen könnten wir vermutlich eine Ziege backen. In unserem Fall also eher einen riesigen Kürbis im Ganzen, nein, besser zwei, er ist wirklich groß.

 

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Don’t hassle the Hoff!

 

Die etwas eigenartige Esskultur der Amerikaner veranlasst uns dazu, die Zubereitung unserer Mahlzeiten überwiegend selbst in die Hand zu nehmen. Entsprechend häufig marschieren wir in den nahegelegenen Supermarkt und versuchen die am wenigsten industriell verarbeiteten Lebensmittel zu schmerzhaften Preisen zu ergattern. In der Heimat der Dole Plantagen kostet eine Ananas durchaus 7 bis 9 US$ und eine mittelgroße Kartoffel etwa 1,50 US$, beides nicht aus Bioanbau. Es gibt hier übrigens auch so faszinierende Dinge wie Käse aus der Sprühdose und ‚Spam‘-Fleisch aus der Konserve. Die Lebenserhaltungskosten stehen im abartigen Widerspruch zu der hohen Obdachlosenquote. Nirgends sahen wir bisher so viele Obdachlose in einem wirklich desolaten Zustand.

 

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An diesem hübschen Kanal nächtigen viele Obdachlose auf den Bänken. Klimatisch könnten die sicher eine schlechtere Ecke erwischen, aber der Zustand der zahlreichen Obdachlosen ist erschreckend.

 

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Fische gibts auch im Kanal…

 

Unser erster Besuch in einer typisch amerikanischen Sportsbar ist mit ungewohnten Hindernissen verbunden. Ohne offiziellen Altersnachweis kommen wir nämlich erst gar nicht hinein. Dies Problem stellte sich uns in den letzten zwanzig Jahren eher nicht mehr, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Wir traben also wieder heim, suchen unsere Ausweise und werden dann mit einem freundlichem ‚Willkommen‘ hereingebeten. In einem wirklich aufregendem Match besiegt Angelique Kerber in Melbourne Serena Williams und gewinnt ihr erstes Grand Slam Turnier überhaupt. Außerdem ist es der erste Grand Slam Sieg einer deutschen Spielerin seit Steffi Graf 1999 in Paris. Deutlich angetrunken und stolz auf die Heimat, wie man es nur im Ausland nach einer Sportveranstaltung sein kann verlassen wir die Kneipe. Gar nicht schlecht hier, in Hawai’i.

 

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